Am Donnerstag beginnt die erste Teildisziplin Dressur und damit startet in Aachen die Weltmeisterschaft der Vierspänner – wenn man so will, die Königsklasse des Pferdesports. Am Mittwoch stand für alle 25 Fahrpferde des deutschen Aufgebots die Horseinspection an und alle deutschen Vierbeiner sind „fit to compete“. Anschließend gab Bundestrainer Karl-Heinz Geiger nochmals bekannt, dass Mareike Meier (Negernbötel), Christoph und Anna Sandmann (Lähden) für das deutsche Team starten werden, Rene Poensgen (Eschweiler) und Georg von Stein (Modautal) fahren für die Einzelwertung.

Das sorgt auch für Bustouren. Die PSG Lähden – der Verein um die Sandmann-Familie in Niedersachsen – hat für den Marathon am Samstag in Aachen einen Reisebus organisiert, ein paar Plätze sind noch frei, so ist dem WhatsApp-Status des Vereinsvorsitzenden Heinz Winkeler am Mittwoch zu entnehmen. Kann gut sein, dass die inzwischen auch schon weg sind. Vater Christoph und Tochter Anna in einem Team bei der Weltmeisterschaft, das gab es bislang noch nicht. Bei der EM 2025 zuhause sind beide im Team angetreten. Und auch jetzt will das niemand aus Lähden verpassen…

Am dichtesten dran an Aachen ist Rene Poensgen, der Aktivensprecher der Fahrer und Bäckermeister aus Eschweiler. Auch ihn will ein ganzer Tross von Fans anfeuern. Ohnehin ziehen die Vierspänner bei Championaten Fahrsportfans aus allen Himmelsrichtungen an, speziell im Marathon am Samstag wird es ziemlich eng im Gelände. Für die Vierspänner steht am Donnerstag und Freitag die Teilprüfung Dressur auf dem Programm.
Die deutschen Starter
Erster deutscher Starter im Viereck im Aachener Fahrstadion ist Georg von Stein. Der Hesse aus Modautal macht als erster Starter der Prüfung den Auftakt um 10.30 Uhr. Nur ein weiterer deutscher Vierspänner startet am Donnerstag und zwar Christoph Sandmann. Sandmann, der im vergangenen Jahr bei den Europameisterschaften in Lähden auf seiner Heim-Anlage Vize-Europameister geworden ist, war schon 2006 in Aachen dabei. Damals gewann er Mannschafts-Gold und Einzel-Bronze. 20 Jahre später startet er wieder in Aachen, diesmal mit seiner Tochter Anna gemeinsam im Team. „Das war immer unser großes Ziel, einmal gemeinsam im Team zu fahren, darauf haben wir lange hingearbeitet“, Die 29-jährige Anna Sandmann, die schon von ihrem Vater als Baby mit auf die Kutsche genommen wurde, um ihren Mittagsschlaf zu machen, war schon 2019 mit dem deutschen Vierspänner-Team Mannschafts-Europameisterin, aber noch nie gemeinsam mit ihrem Vater bei einer WM im Team.
Die dritte Mannschaftsfahrerin ist Mareike Meier aus dem schleswig-holsteinischen Negernbötel, die in den vergangenen beiden Jahren beim Nationenpreis der Vierspänner in Aachen Zweite in der Kombinierten Wertung geworden ist. „In Aachen läuft es eigentlich immer gut für mich, aber das ist jetzt hier mit einer WM natürlich noch besonderer als sonst“, sagt sie. An den Nachnamen Meier mussten sich etliche erst gewöhnen, als Mareike Harm war die Kaderfahrerin längst schon bekannt. Das deutsche Aufgebot ist ohnehin international das einzige mit gleich zwei Frauen in der Weltspitze. Der Fahrsport ist männerdominiert und das hat trotz vieler Beifahrerinnen – auch wenn es manche nicht so gern hören – viel mit Kraft und Zeitaufwand zu tun. Der ist für Männer nicht geringer als für Frauen, i.d.R. aber organisierbarer.
Als zweiter Einzelfahrer startet Rene Poensgen, der wahrscheinlich die meisten Fans vor Ort mitbringt – zum Geländetag kommt ein ganzer Bus mit Fans. „Ich stamme gar nicht aus einer Pferdesportfamilie, aber meine Eltern und Großeltern sind immer mit mir in den Aachener Wald gefahren, wenn dort der Marathon der Vierspänner war und das wollte ich dann auch mal machen“, erzählt er.

Für das deutsche Team erhofft sich Bundestrainer Karl-Heinz Geiger eine Mannschafts- und eine Einzel-Medaille, gern so weit vorn auf dem Treppchen wie es nur geht. Am Donnerstag werden schon mal Grundsteine dafür gelegt…

Warum können hier nicht einmal die Rassen genannt werden die vor den Kutschen laufen. Was interessiert mich der Fahrer, wenn er doch ohne Pferde wenig machen kann. Pferde haben immer noch eine viel zu geringe Wertschätzung bei solchen Veranstaltungen und das ist beim Springen und der Dressur ähnlich. Oder schämen wir uns das wir kaum noch deutsche Pferde im Fahrsport haben?
Ich bin gespannt ob ich eine Antwort bekomme.
Sehr geehrte Frau Schulze, wenn Sie schauen möchten, dann finden Sie die Rasse der einzelnen Pferde in den Starterlisten des Championats. Die Verlinkungen sind das Ergebnis sorgsamer Arbeit von hippodata. Übrigens liegt die Ursache dafür, dass Pferdedaten nicht immer und bei allen internationalen Veranstaltungen verfügbar, bzw. sichtbar sind, häufig an den nationalen Föderationen, die Daten nur unvollständig oder gar nicht eintragen. horseweb hat sich mit dieser Thematik bereits mehrmals befasst. Den Link zu den Ergebnisen finden Sie hier: https://www.longinestiming.com/equestrian/2026/fei-world-championships-aachen-aachen/resultlist_A3.html Wenn man auf die einzelnen Pferdenamen klickt öffnet sich die FEI-Seite mit den vorghandenen Pferdedaten. Freundliche Grüße vom horseweb-Team