Das dürfte ein Triumph für Italiens Springsport gewesen sein und auch für die deutschen Springsportasse: der 50 Jahre alte Italiener Piergiorgio Bucci hat beim CSIO5* Rom den Rolex Grand Prix mit dem BWP-Hengst Pallieter VD N. Ranch gewonnen. Und direkt dahinter folgten zwei deutsche Nationenpreisreiter – Jörne Sprehe mit dem Hannoveraner Hengst Toys aus der Zucht von Heinrich Wecke und Richard Vogel mit dem Holsteiner Hengst Cloudio aus der Zucht von Heike Arendt.

Der mit 500.000 Euro dotierte Rolex Grand Prix war neben dem Nationenpreis das Glanzlicht des Wochenendes auf der Piazza di Siena. Für zehntausende Zuschauer war der Sieg des italienischen Springreiters das perfekte Ende für die 100. Auflage des CSIO Rom. Bucci, der in den Niederlanden nahe Eindhoven lebt, hat italienische Farben seit 2007 bei Europameisterschaften und später auch bei Weltmeisterschaften vertreten.
Für Jörne Sprehe aus Fürth und den Hannoveraner Hengst Toys ist Platz zwei in Rom ein fulminanter Erfolg. Die beste Springreiterin aus dem Sprehe-Clan kam in 39,01 Sekunden ins Ziel, hatte im zweiten Durchgang allerdings einen Abwurf. Richard Vogel und der Schimmelhhengst Cloudio, die bereits am Samstag in der Loro Piana Trophy Dritte wurden, nahmen in der zweiten Runde ebenfalls ein Obstacle “mit”. Die Uhr stoppte bei 41,67 Sekunden. Vogel hatten etliche als hohen Favoriten auf der Liste. Erst vor einer Woche hatte er mit United Touch S den Rolex Grand Prix in Aachen gewonnen. Gewonnen hat Vogel allerdings die Wertung der Trophy Piero e Raimondo D`Inzeo, Italiens Springsport-Heroen mit 20 Punkten und Vor Bucci und Sprehe. In Rom glänzte zudem auch Sophie Hinners mit Irin Dames Combella auf dem sechsten Rang.


Nach dem furiosen Sieg mit zwei fehlerfreien Runden – der einzigen Doppel-Null – in 42.01 Sekunden, blieb der Routinier gelassen und versicherte augenzwinkernd: “Nun, wir wussten ja bereits, dass es so kommen würde – schließlich hatten Präsident Marco Di Paola und ich uns auf einen italienischen Sieg geeinigt, um das hundertjährige Bestehen des CSIO und der FISE gebührend zu begehen. Was mich betrifft: Da ich nun gelernt habe, wie man den Großen Preis gewinnt, ist der Weg frei … Spaß beiseite – es ist wirklich ein wunderbarer Zufall, und ja … es ist ein weiterer Grund zur Freude. Dieser Sieg gelang uns vor den Augen all der bedeutendsten Persönlichkeiten aus dem Reitsport und dem italienischen Sportwesen. Ich möchte ihnen meinen Dank aussprechen für all das, was sie für uns leisten. Manchmal ist es einfach schön, auf diese Weise etwas zurückgeben zu können.”
