Werth, Viva und das Deutsche Dressur-Derby – gewonnen!

So richtig überrascht war niemand: Isabell Werth hat mit dem bildschönen Oldenburger Fuchshengst Viva Gold OLD die Grand Prix Kür (CDI5*) gewissermaßen im Garten des Freiherrn von Jenisch gewonnen und damit auch den Sieg im 66. Deutschen Dressur-Derby dingfest gemacht. Kaum war das “erledigt”, wechelte Werth das Schuhzeug und coachte ihre Bereiterin Lisa Wernitznig mit Majestic Taonga für die Qualifikation zum Louisdor Preis.

Derbysieger: Viva Gold OLD und Isabell werth. (Foto: LoK)

Nach Rang zwei im Grand Prix folgte mit Viva Gold nun der Kür-Sieg. Vielleicht doch ein wenig überraschend, denn die Kürmusik zur Choreographie war gerade erst fertig geworden, als Werth & Co. schon in Hamburg angereist waren. Da blieb nicht sooo viel Zeit, alles mal ins Finetuning zu bringen. Hinter der Siegerin reihte sich Kaderkollegin Ingrid Klimke ein mit First Class. “Also hinter Isabell Zweite zu werden, ist ja fast so wie gewonnen”, witzelte die Münsteranerin, die sehr zufrieden mit der Hannoveraner Stute war: “Sie ist mehr aus sich herausgekommen und das freut mich, das ist wichtig.” 

Dritter wurde der erst 22-jährige Weltcup-Finalist Moritz Treffinger mit Fiderdance. das Paar hatte vor erst wenigen Wochen in Fort Worth/ Texas eine Top-Leistung bei der Weltcup-Premiere abgeliefert. 

Dressur-Derby ohne Pferdewechsel

Erstmals seit vielen Jahren wurde das Deutsche Dressur-Derby ohne Pferdewechsel ausgetragen. Die Frage wer sich traut, die Pferde zu tauschen und welche Folgen das haben kann, wenn X das fremde Pferd vielleicht besser reitet als Y selbst oder ob das für die Pferde zu irritierend ist, hat solange es das Derby gibt schon Gesprächsstoff geboten. Und auch Rosemarie Springer, verstorbene Grand Dame der Dressurszene, erinnerte sich gut daran, dass das in der 60-iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts kein bißchen anders war.

Nun haben sich die Zeiten, die Pferde, aber vor allem der Sportkalender geändert, die Zahl der Veranstaltungen, die Wege zu einem Championat und wohl kaum jemand würde ernsthaft erwarten, dass Pferde des Championatskaders in Hamburg einfach mal “durchgetauscht” werden. Eine CDI-Tour mit zwei hochrangigen Prüfungen, deren Punkte summiert werden, ist eine praktikable Lösung. Das bescherte Hamburgs Dressur-Stadion ein sehr gutes und interessantes Teilnehmerfeld und das tut dem Dressursport im Norden gut. Wirklich nichts spricht gegen dieses Format. Aber das Besondere ist weg und – ganz persönlich gesagt – muss es dann auch nicht mehr Derby heißen. Denn es ist keins.

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