Endlich: Derbysieg für Frederic Tillmann und DSP Comanche

Das Rheinland hat groß aufgetrumpft in der Hansestadt Hamburg: Nach dem Dressur-Derbysieg von Isabell Werth folgte am späten Nachmittag der Triumpf von Frederic Tillmann aus Grevenbroich vor zehntausenden begeisterten Zuschauern mit DSP Comanche im Deutschen Spring-Derby. 162. Null-Fehlerritt der Derbygeschichte, die längsten zwei Stunden und zwei Minuten seines Lebens wie der Reiter bekennt und nun warten sie schon zuhause, denn in Grevenbroich ist Schützenfest….

Letztes Hindernis – erster Derbysieg – Frederic Tillmann und DSP Comanche. (Foto: LoK)

Auf den Tag genau 13 Jahre nach seinem Bruder Gilbert Tillmann, der mit dem mehr oder minder zufällig gekauften ehemaligen Schulpferd Hello Max Derbysieger in Hamburg wurde, gelang dem 47-jährigen Bruder der Erfolg. Schon mehrfach war Tillmann Zweiter. “Es ist ein Traum, der heute wahr geworden ist”, bekennt der Springreiter. Den ermöglichte DSP Comanche, 12 Jahre alten Fuchswallach. “Er ist ein absoluter Kämpfer und hat ein riesengroßes Herz”, beschreibt Tillmann den Wallach von Cellestial-Loredo aus der Zucht von Volker Lehrfeld in Brandenburg. Ob er nun wie sein Bruder ein Buch übers Pferd schreiben will? Das wisse er noch nicht, so Tillmann, aber man könne mal drüber nachdenken.Warten musste der Springreiter  (14. Starter) lange, sehr lange, denn erst Simon Heineke (Wedel) und Cordillo schafften als letztes Paar eine 163. Nullrunde und somit die Grundlage für das Stechen. 

Der 18 Jahre alte Holsteiner Wallach Cordillo sammelte unterwegs ein paar Fehler ein, vielleicht “werden wir ihn demnächst aus dem Sport verabschieden, vielleicht etwas später”, so Simon Heineke, der nach der fehlerfreien Runde im Umlauf sichtlich gerührt war über die Leistung Cordillos. Fröhlich in die Derby-Zukunft blicken kann Heineke gleichwohl, denn selbst wenn Cordillo bald in Rente geht, mit Caballero Grande empfahl sich in zwei Qualifikationen ein ausgezeichneter Nachfolger für das Derbypferd. 

Platz drei ging an den Vorjahressieger André Thieme und Paule S mit der schnellsten Vier-Strafpunkte-Runde. “Ich bin da hin geritten wie ein Weihnachtsmann”, ärgerte sich Thieme hinterher über sich selbst. “Da” ist der Aufsprung auf den berühmten Flottbeker Wall, oben mit einer Stange begrenzt und tatsächlich ist es das kleinste Hindernis auf dem Platz. Die “großen Aufgaben” löste das Paar souverän. Am Samstag hatte Thieme mit DSP Chakaria der Großen Preis von Hamburg gewonnen. “Hätte ich gestern nicht gewonnen und heute dann auch nicht, wäre ich jetzt ziemlich angepi….”, räumte der 48-jährige lachend ein.

Die Iren und Briten, die die Qualifikationen dominiert hatten, konnten nicht unter die Top-Drei kommen, belegten aber mit Stephan Dubsky (IRL), Guy Williams (GBR), William Whitaker (GBR) und Commandant Geoff Curran die folgenden Plätze. Beste Amazone war Clara Blau mit ihrem Paul auf Platz sechs. Hamburg Reitsport-Ikone Janne Friederike Meyer-Zimmermann gab mit Van Tastic auf, ohne Verdruss oder Ärger. Der Mecklenburger Wallach ist erst neun und hat nun richtig viel Derbyluft geschnuppert.

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