„Dieses Pferd ist krass!“ – DSP Chakaria und André Thieme gewinnen den Grioßen Preis von Hamburg

Er wurde gefeiert wie ein ganz guter “alter Bekannter” und das ist er für Hamburgs Derby-Publikum in Flottbek auch: Andre Thieme hat mit der 16 Jahre alten DSP-Stute Chakaria v. Chap-Askari den mit 250.000 Euro dotierten Longines Grand Prix von Hamburg gewonnen. Standing Ovations gab es für den Sieger und sein Championatspferd, dass nach langer pause und sorgfältigem Aufbau mäöchtig Eindruck machte. Thieme:  „Dieses Pferd ist krass!“

Done! DSP Chakaria und André Thieme – Siegerpaar im Großen Preis von Hamburg CSI5*. (Foto: LoK)

Zum ersten Mal hat Thieme den Großen Preis in Hamburg gewonnen: „Ich war hier schon Zweiter und Dritter im Großen Preis – jetzt musste es mal klappen.“ Acht Reiter hatten sich für das Stechen in diesem 1,60-Meter-Springen qualifiziert, der viermalige Derbysieger Thieme ging als vorletzter Starter in den Parcours und siegte in 39,59 Sekunden. Das waren runde eineinhalb Sekunden schneller als die zweitplatzierte Emilie Conter aus Belgien auf Portobella van de Fruitkorf. Auch Platz drei ging an eine Amazone aus Belgien, Gudrun Patteet, im Sattel von Sea Coast Qarvaljo d’Or. Auf Siegkurs schien zwischenzeitlich auch der dreimalige Hamburg- und Vorjahres-Sieger Christian Ahlmann. Mit dem neunjährigen Applebridge Tag Z flitzte er in einem unglaublich schnellen Speed durch den Parcours und um die Wendungen, zu gewagt sauste er dann ziemlich schräg in Richtung des Schlussoxers. Applebridge verweigerte etwas verunsichert.  

In André Thiemes Kopf überschlugen sich vor dem Stechen die Gedanken: „Das war gar nicht so einfach. Nächste Woche ist Aachen und jeder weiß, wie wichtig Aachen ist – auch mit Blick auf die Weltmeisterschaft. Dann war Chakaria über ein Jahr verletzt, das hat man ja auch noch ein bisschen im Hinterkopf. Dann hat es geregnet und der Bundestrainer war hier und hat gesagt: ‚Mach nichts Verrücktes.‘ Es waren also eine Menge Dinge, durch die ich mir nicht sicher war, wie viel ich wirklich riskieren will. Aber natürlich habe ich gemerkt, wie gut sie drauf ist.“ Am Ende habe die Stute im Stechen die Sprünge selbst gesucht. „Ich habe dieses Springen nicht übers Tempo gewonnen“, resümiert Thieme. „Ich habe es über zwei extrem enge Wendungen gewonnen, denke ich.“ Am Morgen des Samstags sah die Sache noch etwas anders aus. Chakaria sei eine typische Fuchsstute, die auch schon mal schlecht gelaunt sein könne. „Und heute Morgen war sie wirklich schlecht gelaunt.“ Aber ihre Verbindung sei so lang gewachsen und er kenne sie so gut. „Ich weiß inzwischen, wie ich dann mit ihr umzugehen habe, um sie auf meine Seite zu bekommen.“

Thieme hatte sich sehr viel Zeit für die Rekonvaleszenz seiner Olympia- und EM-Stute gelassen. “Letzten Endes haben wir immer noch was drauf gegeben. Wenn der Tierarzt gesagt hat, jetzt könnt ihr traben, dann sind wir weiter Schritt geritten und wenn er gesagt habt, jetzt könnt ihr schon mal galoppieren, dann sind wir weiter getrabt. Ihr war anzumerken, dass sie los wollte, galoppieren, springen, einfach los, aber wir haben immer ein wenig gebremst. Und ich denke, das war richtig so, weil wir ganz sicher sein wollten.” Mit Standing Ovations wurde der hochgewachsene Mecklenburger gefeiert, der so viele Erfolge in der Hansestadt feiern konnte und augenzwinkernd das Hamburg-Gefühl skizziert:

“ Die Hamburger nehmen mich wie einen Einheimischen auf und deswegen bedank ich mich da sehr und fühl mich… einmal im Jahr wie ein richtiger Hamburger“. (Andre Thieme)

„Die musst Du erst einmal schlagen!“

Kopfschüttelnd kam die 26-jährige Emilie Conter aus dem Stechparcours: „Als ich durch die Ziellinie geritten bin, konnte ich kaum glauben, dass ich tatsächlich schneller war als die beiden anderen“, lacht die Belgierin. Die ‚beiden anderen‘ waren Harm Lahde und Gudrun Patteet, die vor ihr im Stechen waren und fehlerfrei geblieben sind. „Ich hatte mir zuvor die Stechrunden von Harm und Gudrun angeschaut und dachte nur: ‚Okay, die musst du erst einmal schlagen.’“ Mit der elfjährigen Portobella van de Fruitkorf ist Emilie Conter von den Stephex Stables in Belgien als vierte Reiterin ins Stechen eingeritten und hat alles riskiert. „Meine Stute war fantastisch. Sie hat mir überall geholfen, wo es nötig war. Es war vielleicht ein bisschen verrückt, aber am Ende hat alles funktioniert.“ Einen überaus zufriedenen Fünft-Platzierten sah Hamburgs Publikum mit Harm Lahde (Königslutter) als ersten Reiter im Stechen. Oak Groves Commander Bond, 13 Jahre alt, bescherte seinem Reiter zwei tadellose Runden und ein Stechen wie am Schnürchen gezogen… Pressemitteilung/ MB

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen
Consent Management Platform von Real Cookie Banner