Große und aktuelle Community-Studie mit 3.515 Reiter:innen aus DACH zeigt: Werte-KompassbeimSparen,leiseAbwanderungausdemTurniersport,KIimStall
—undeinensozialenSchmerzpunkt,denkaumjemandausspricht.
Die Erhöhung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) trifft die deutschsprachige Pferdewelt voll. Doch beim Pferd selbst wird kaum gekürzt. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der RidersDeal Community Studie 2026 — der bisher größten eigenen Erhebung des Unternehmens. Im März und April 2026 hat RidersDeal — mit Unterstützung des Pferdemarktplatzes ehorses bei der Verbreitung — 3.515 Reiter:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu 58 Themen befragt: Geld, Gesundheit, Training, Turnier, Senior-Pferd, Medien, KI und die persönliche Beziehung zum Pferd.
Die Studie zeigt eine Branche unter strukturellem Druck — und eine Community, deren emotionale Bindung zum Pferd ungebrochen ist.
DiefünfwichtigstenErkenntnisseaufeinenBlick
- 89%spüren steigende Tierarztkosten — Kostendruck ist im Reitsport kein Randthema mehr, sondern Alltag.
- 71%nehmen nicht oder nicht mehr an Turnieren teil — das bestehende Turniersystem entkoppelt sich von der Lebensrealität der Reiter:innen.
- 35%haben keine OP- oder Krankenversicherung — und es trifft ausgerechnet die Gruppe, die ein Sicherheitsnetz am dringendsten bräuchte.
- 60%haben bereits KI-Tools wie ChatGPT für Pferdefragen genutzt — aber bei ernsten Themen vertrauen sie Menschen.
- 43%des Frusts in der Szene ist sozial gemacht — Neid, Lästern, Besserwisserei und Online-Hass — nicht Geld, nicht das Pferd.
ErstdieAusrüstung,dannderReitunterricht—beimTierarztwird selten gespart
In Zeiten, in denen viele Pferdehalter:innen mit gestiegenen Lebenshaltungskosten und einer angespannten geopolitischen Lage zu kämpfen haben, ist Geld zu einer der zentralen Sorgen geworden — die GOT-Erhöhung ist nur der konkreteste Auslöser. Umso bemerkenswerter ist, wie die Community ihre Prioritäten sortiert.
Pferdehalter:innen sparen 2026 mit klarem Werte-Kompass: 41 % reduzieren bei der Ausrüstung, 26 % beim Reitunterricht, 18 % bei der Turnierteilnahme. Aber nur 9,5 % sparen beim Tierarzt und 7,7 % beim Futter.
Versicherungs-Paradox:Weresamdringendstenbräuchte,hates nicht
Methodisch besonders auffällig: Genau jene Pferdehalter:innen, die die GOT-Erhöhung
„stark“ spüren, haben überdurchschnittlich oft keine Versicherung. 35 % der Befragten sind ohne OP- oder Krankenversicherung — die meisten davon, weil sie ihnen zu teuer ist (20 %) oder weil sie sich bewusst dagegen entschieden haben (14 %).
DiestilleAbwanderungausdemTurniersport
71 % der Befragten gehen nicht oder nicht mehr aufs Turnier. Bei den langjährigsten Reiter:innen — Menschen, die seit über 30 Jahren reiten — sind es sogar 45 % Aussteiger:innen. Die Top-Gründe sind dabei nicht primär finanziell: 36 % nennen „zu viel Aufwand“, 33 % „Stress fürs Pferd“. Meldegebühren (15 %) und Transportkosten (11 %) folgen erst danach.
Vereinskrise:Geld,Helfer,Aufwand—dieTrias
Bei der Frage, warum Reitvereine immer weniger Turniere ausrichten, sehen die Befragten eine klare Trias: 81 % nennen zu hohe Kosten, 77 % zu wenig Freiwillige, 73 % zu viel Aufwand. Bürokratie und zu wenig Einnahmen folgen mit jeweils rund 41 %.
KIistda—aberdasVertrauenbleibt menschlich
60 % der Befragten haben KI für Pferdefragen bereits genutzt oder nutzen sie regelmäßig — auch 38 % der Halter:innen von Senior-Pferden. Das verbreitete Vorurteil, KI sei „nur etwas für Junge“, stimmt nicht. Bei einem ernsthaften Pferdeproblem zählen aber Menschen, nicht Algorithmen: Im Vertrauensranking liegen Tierärztin, Trainerin und Stallkollegen mit deutlichem Abstand vor allen digitalen Quellen.
SozialerSchmerzpunkt:43%desFrustsistmenschengemacht
Auf die offene Frage, was im Reitsport am meisten nervt, entfallen 43 % aller Frustnennungen auf soziale Themen: Neid und Missgunst (21 %), Lästern (10 %), Besserwisserei (8 %) und Online-Hass (5 %). Erst danach folgen Kosten (13 %) und Tierwohl-Diskussionen (3 %).
WasnurdasPferdgebenkann:RUHE
Die emotional stärkste Antwort der Studie kommt auf eine offene Frage. Auf die Bitte, in einem Wort zu sagen, was das Pferd ihnen gibt, was sonst niemand geben kann, antworten 41%miteinemeinzigenWort:Ruhe. Es ist die häufigste Antwort der gesamten Studie. Es folgen Liebe und Vertrauen (15 %), Auszeit vom Alltag (8 %) und Glück (8 %). Gleichzeitig geben 91 % an, mindestens manchmal ein schlechtes Gewissen ihrem Pferd gegenüber zu haben — meist aus Zeitmangel.
Methodik&Quellenangabe
| Studie | RidersDeal Community Studie 2026 |
| Zeitraum | März / April 2026 |
| Stichprobe | 3.515 vollständige Datensätze |
| Region | DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) — 16 Bundesländer + AT/CH |
| Methode | Online-Befragung über die Kanäle von RidersDeal und ehorses (Newsletter, Social Media) |
| Fragetypen | Single Choice, Mehrfachauswahl, Freitext, Likert-Skala, Ranking |
| Sample-Profil | 81 % reiten 15+ Jahre, 91 % mit eigenem Pferd, Dressur und Freizeit dominieren |
| Quellenangabe | RidersDeal Community Studie 2026, n=3.515 Reiter:innen aus DACH |
Quellenangabe und Backlink auf www.RidersDeal.com/reitsportstudie-2026 verpflichtend.Charts, Original-Zitate und das vollständige Deep-Dive-Deck stellen wir Redaktionen auf Anfrage zur Verfügung. Interview-Möglichkeiten mit beiden Ansprechpartnern auf Anfrage.
