
Einem Krimi glich der EEF‑Nationenkreis in Mannheim. Gerrit Nieberg ritt auf der elfjährigen Stute IB Queen als letzter Starter im zweiten Umlauf in den Parcours ein, behielt die Nerven und blieb fehlerfrei. Das war entscheidend, denn mit einem Abwurf hätte es ein Stechen um den Sieg gegeben. So war dem deutschen Team um Equipe‑Chef Ralf Runge der Erfolg sicher.
Den zweiten Platz belegte Belgien vor dem irischen Team. Beide Mannschaften brachten jeweils vier Fehlerpunkte in die Wertung ein. Nur der deutschen Equipe gelang es, den Nationenpreis ohne Strafpunkte zu beenden. Damit sicherte das Team sich zum zweiten Mal in Folge den Nationenpreis in Mannheim.
Zwei deutsche Paare blieben in beiden Umläufen fehlerfrei: Stefan Engbers mit Baju NRW sowie – wie bereits erwähnt – Gerrit Nieberg mit IB Queen.Dem Schimmel Baju NRW scheint der Mannheimer Platz besonders gut zu liegen. Bereits vor drei Jahren war er in beiden Umläufen ohne Abwurf geblieben. Damals – bei seinem ersten Nationenpreis überhaupt – hatte der Ausbilder aus Ahaus lediglich zwei Zeitfehler, nun blieb er innerhalb der erlaubten Zeit.
Zwei Vielseitigkeits-Champions im deutschen Team
Michael Jung mit fischerheros Z und Sandra Auffarth mit Quirici H komplettierten das deutsche Team. Für den erst neun Jahre alten fischerheros Z war es der erste Nationenpreis seiner Karriere – und den meisterte er vorbildlich: Ein Zeitfehler im ersten Umlauf, fehlerfrei in der zweiten Runde lautete das Ergebnis für den Schimmel unter Reitmeister Michael Jung. „Mein Pferd bringt alles mit. Er hat keine Schwächen, viel Vermögen, einen tollen Galopp, hat Blut, lässt sich fantastisch reiten und ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Ich bin sehr glücklich und stolz, ihn zu haben“, lobte der amtierende Olympiasieger in der Vielseitigkeit sein Pferd.
Sandra Auffarth und Quirici H blieben im ersten Umlauf fehlerfrei, im zweiten Umlauf fiel ein sehr leichter Abwurf. „Das war einer der leichtesten Fehler, die ich jemals hatte. Doch so ist der Sport. Ich war eine Nuance zu dicht, Quirici ist großartig gesprungen. Ich bin froh, ein solches Pferd zu haben, und es hat riesig Spaß gemacht hier“, freute sich die Vielseitigkeits‑Weltmeisterin von 2014.
Ralf Runge lobt Teamleistung im WM-Jahr
Auch Equipe‑Chef Ralf Runge zeigte sich hochzufrieden: „Es war heute sehr einfach für mich. Alle vier sind gut geritten, haben abgeliefert und sich gegenseitig unterstützt. Das war eine starke Teamleistung – auch mit unserem fünften Mann Hannes Ahlmann als wertvoller Unterstützung im Hintergrund.“
Die Bedeutung des Sieges unterstrich Equipe‑Chef Runge abschließend: „Der Sport ist im WM‑Jahr sehr anspruchsvoll. Einige Nationen nutzen die EEF‑Serie, um ihre Teams zu testen – insbesondere die Länder, die nicht in der Longines League of Nations vertreten sind. Ich freue mich, dass wir in der Breite sehr gut aufgestellt sind und hier ein so starkes Team an den Start bringen konnten.“
Den gelungenen Parcours für den EEF‑Nationenpreis entwarf Christa Jung, die seit 40 Jahren in Mannheim baut. Sie stellte die Aufgaben so, dass der Sport fair und spannend blieb. Peter Hofmann, Vorsitzender des Reiter‑Vereins Mannheim, freute sich zudem über volle Zuschauerränge, eine tolle Stimmung und hochklassigen Springsport beim Nationenpreis in Mannheim.
Das Finale der EEF-Nationenpreisserie findet in September in Avenches in der Schweiz statt. Wer hinfahren darf, entscheidet sich in den beiden Semi-Finals im September. Pferdesport Deutschland/sag
