Weltcup-Finale Springen: Farrington siegt, Daniel Deusser Zweiter und Rene Dittmer auf Rang vier

Schlicht und einfach gut gemacht: Daniel Deusser Zweiter im Longines Weltcup-Finale in Fort Worth, Rene Dittmer auf Platz vier im Gesamtklassement und eine Stute aus dem Oldenburger Zuchtgebiet, die den Weltcupsieger Kent Farrington zum Erfolg getragen hat – Greya von Colestus-Contender aus der Zucht von Wilfried Sandmann. Chapeau. Soweit die deutsche Sicht, aber tatsächlich war es ein deutsch-amerikanisches “Duell”. Am Ende lautete die Rangierung im Gesamtklassement USA – GER – USA – Ger, denn mit Katie Dinan wurde eine US-Amerikanerin Dritte. Und die wird schon seit mehreren Jahren vom Schweizer Championatsreiter Beat Mändli trainiert.

Platz Zwei für Daniel Deusser und Otello de Guldenboom im Weltcup-Finale. (Foto: Shannon Brinkman/ FEI)

Zwei Runden umfasst die dritte und letzte Weltcup-Finalprüfung und dafür hatte sich die riesige Dickies-Arena in Fort Worth überaus achtbar gefüllt, mehr noch als zum Weltcup-Finale Dressur am Vorabend, als die Zuschauer/innen eine Art Happening aus der Grand Prix Kür machten. Schon oft sind zum Greifen nahe Final-Triumphe in diesen letzten beiden Runden an Realitäten zerschellt. Nicht so im texanischen Fort Worth. Der 45 Jahre alte Weltcupsieger Kent Farrington hat wohl das, was man Nerven wie Drahtseile nennen darf und mit Greya, sowie Toulayna (die das Zeitspringen zum Auftakt gewann) zwei außergewöhnlich gute Stuten. Ein einziger Fehler passierte in Runde eins, womit der zweimal fehlerfrei gebliebene Daniel Deusser dicht an Farrington heranrücken. So dicht, dass der US-Amerikaner sich maximal zwei Zeitfehler erlauben durfte.

Wie sich das angefühlt hat? “Ich habe mich auf uns fokussiert, auf mein Pferd und mich und nicht viel darüber nachgedacht, was wäre wenn…”, so Farrington. Ähnlich hatte er bereits am Freitag nach den Triumphen in den beiden ersten Finalprüfungen argumentiert: „Ich konzentriere mich voll und ganz auf das Finale am Sonntag und versuche deshalb, Greyas Leistung und meine eigene Leistung einzuschätzen, um mich in die bestmögliche Position zu bringen“, sagte er. „Hoffentlich haben wir am Sonntag etwas Glück.“ Hat geklappt.

Die unvergleichliche Greya und Kent Farrington in Fort Worth. (Foto: Brinkman/ FEI)
In den Arm genommen – Deusser und Farrington.
© www.sportfotos-lafrentz.de / Tiffany van Halle

Deussers Bilanz

 “Wenn man zweimal hintereinander fehlerfrei ist, kann man schon davon träumen, vielleicht sogar zu gewinnen”, so der gebürtige Wiesbadener mit breitem Lächeln, “aber ernsthaft: Ich bin sehr sehr glücklich mit diesem zweiten Platz. Otello hat in den vergangenen Monaten oft gewonnen und das hat mir ein gutes Gefühl für das Finale gegeben. Ich wusste bisher eben nicht, ob er diese Leistung auch an drei Tagen dicht hintereinander abrufen kann und jetzt ist klar – das kann er.” Das dürfte auch Bundestrainer Otto Becker gut gefallen haben, immerhin ist WM-Jahr. Der Coach war ohnehin absolut happy mit drei deutschen Paaren unter den Top-Ten.

Top-Premiere im Weltcup-Finale für Rene Dittmer und den Holsteiner Cody. (Foto: Shannon Brinkman/ FEI)

Rene Dittmers Weltcup-Premiere

Bemerkenswert: Die Konstanz mit der Rene Dittmer und der elf Jahre alte Casall-Nachkomme Cody aus der Zucht von Sören von Rönne präsentieren. Als Besitzerin des smarten Fuchs steht Cerrin Döhle (Hamburg) im Pass. Dittmer, der mehrerer Jahre im Sportstall Michaels/Beerbaum in Thedinghausen gearbeitet hat, viel in den US-Serien und CSI zu sehen ist, hat sich damit zusätzliche Aufmerksamkeit des Springsportausschuss gesichert. Mit Platz vier rangierte der hochgewachsene Niedersachse aus Stade noch vor Frankreichs Kevin Staut und dem Schweizer Steve Guerdat. Europameister Richard Vogel glänzte im Finale mit zwei tadellosen Runden auf Gangster Montdesir. „Er versucht immer mehr als 100 Prozent zu geben. Ich habe ihn leider an den ersten beiden Tagen nicht besser geritten, sodass wir nicht weiter vorne stehen. Er hätte es verdient. Zum Glück ist es mir aber heute gelungen, zwei Nullrunden mit ihm zu zeigen. Was er alles kann, hat er heute auf diesem Top-Niveau unter Beweis gestellt“, fasste Vogel zusammen. Übrigens zählt Vogel neben Deusser mit Otello und Katie Dinan mit Out of the Blue SCF damit zu jenen drei Paaren, denen es als einzigen gelang in beiden Umläufen ohne Fehler zu bleiben. Für Patrick Stühlmeyer und Baloutaire PS war das Finale im ersten Umlauf nach zwei Verweigerungen beendet, das Paar schied aus. Stühlmeyers Stallkollege Eiken Sato (Japan) hatte seinen Chadelano PS vor dem Finale zurückgezogen, weil der Wallach deutliche Anzeichen von Unwohlsein offenbarte. Alle Resultate gibt es hier.

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