
Zum Auftakt der Saison reisten die Reining-Profis Julia Wagner und Patrick Göschl von Ludwig Quarter Horses ins italienische Cremona zum IRHA Derby. Vom 23. bis 28. März 2026 stellten die beiden Trainer insgesamt fünf Pferde im Alter von fünf bis acht Jahren auf einer der größten und anspruchsvollsten Showbühnen Europas vor. Ihr Fazit nach der Turnierwoche: eine lehrreiche Woche mit wertvollen Erkenntnissen und Erfolgen im Non Pro Bereich.
„Ich würde sagen, dieses Mal hatten wir kein Glück und dann kam noch Pech dazu“, resümiert LQH-Profi Patrick Göschl. Mit JACS ELECTRIC STARR (Besitzerin: Eva Kuhn-Sell) und NAILED ITT (Besitzer: Jan Juricak) ging er in der Open-Wertung an den Start. Nach einer äußerst erfolgreichen Saison im Vorjahr ist Göschl mittlerweile ausschließlich im Level 4 startberechtigt, dem höchsten und am stärksten umkämpften Level. Mit Scores von 215,5 und 212,5 Punkten blieb ihm der Finaleinzug dieses Mal verwehrt. Dennoch zeigt er sich versöhnlich: „Trotzdem können wir sehr zufrieden auf unsere Pferde sein. Man hat gesehen, dass alle ready und gut vorbereitet waren.“
Für Julia Wagner war es eine Premiere: Sie ging erstmals beim italienischen Derby an den Start und stellte mit FROZIE, STYLED BY GUNS und DON TOMTOM gleich drei Pferde vor. Für DON TOMTOM, der bereits mit seinem Besitzer Georg Wiedenhofer den Einzug ins Non Pro Finale knapp verpasst hatte, sollte es auch in der Open nicht für das Finale reichen. Ähnlich erging es dem Duo Wagner und STYLED BY GUNS, das eine lange gemeinsame Geschichte verbindet: „Ich habe sie damals zweijährig bekommen und dreijährig das erste Mal vorgestellt. Vierjährig hatte sie eine Showpause, fünfjährig hat Grischa Ludwig sie geshowt.“ Nach dem Verlust eines Auges im vergangenen Jahr sei die Situation „Fluch und Segen zugleich“ gewesen. „Mein Glück war es, dass ich sie wieder showen durfte, aber wir wussten nicht, was ohne das Auge passiert. Ich muss sagen, sie hat das so gut gehandelt.“ Im Vorlauf erreichte das Duo 210,5 Punkte und verpasste den Finaleinzug damit knapp. „Ich habe sie beim Abreiten ein bisschen zu müde gemacht, deswegen haben wir das Finale leider nicht geschafft, obwohl sie super war.“
Erfolgreicher verlief das Derby für Julia Wagner mit FROZIE. Die Stute wurde erstmals von ihr vorgestellt: „Ich hatte keine Ahnung, was kommt. Die Besitzerin war so nett und hat mich sie einfach auf der Show ausprobieren lassen.“ Trotz eines Ausrutschers im ersten Turn, der wertvolle Punkte kostete, gelang mit 212,5 Punkten der Einzug ins Open Level 2 Finale. Dort erzielte das Duo 207,5 Punkte. „Da hatten wir leider kein Glück mit dem Boden, sie ist zweimal in eine Bodenwelle gekommen“, erklärt Julia Wagner. Auch in einem Manöver kam es zu kleineren Abstimmungsproblemen: „Wechseln und Abschalten gleichzeitig, das haben wir nicht ganz so schön hingebracht.“ Ihr Fazit fällt dennoch positiv aus: „Es ist ein wahnsinnig tolles Pferd, ich glaube, sie hat eine große Zukunft und ich freue mich, dass das erst der Anfang ist.“
Insgesamt zieht Julia Wagner eine positive Bilanz: „Ich war mit meinen beiden Stuten super happy und bin Yvonne Schüssler sehr dankbar, dass ich beide showen durfte.“ Die Erfahrungen aus Cremona seien wertvoll für die weitere Saisonplanung: „Ich habe beide Pferde noch besser kennengelernt und weiß jetzt, woran wir arbeiten müssen.“
Ein besonderes Lob richtet die Trainerin an die Non Pro Reiter: „Auf unsere Non Pros bin ich super stolz.“ Laila und Sophia Staub, Georg Wiedenhofer und Ann-Kathrin Bremstaller hätten sich stark präsentiert: „Wir haben viel Zeit investiert – und es hat sich ausgezahlt.“
Während Sophia Staub und Georg Wiedenhofer den Finaleinzug verpassten, überzeugte Laila Staub im Sattel von HIGHLAND GUN mit einem Score von 209,5 und qualifizierte sich für das Non Pro Level 1 Finale. Dort zeigte sie einen herausragenden Ritt, der jedoch unglücklich endete: „Laila hatte den Ritt ihres Lebens, aber nach dem letzten Stopp ist HIGHLAND GUN zu viele Schritte rückwärts gegangen – das war leider eine Null.“
Für das sportliche Highlight sorgte Ann-Kathrin Bremstaller mit CS WHIZ ICE. Mit 212,5 Punkten zog sie souverän ins Finale der Level 1 bis 3 ein und bestätigte ihre Leistung dort mit 211,5 Punkten. Das bedeutete Platz 9 in Level 3, Platz 10 in Level 2 sowie einen großartigen Reserve Champion Titel in Level 1.
Am Ende bleibt für das Team von Ludwig Quarter Horses aus Bitz ein Turnier mit Höhen und Tiefen, vor allem aber mit wertvollen Erkenntnissen: Die Erfahrungen aus Cremona liefern eine wichtige Basis für die weitere Vorbereitung auf die kommenden Shows der Saison.
