Nach Andre Thieme, der mit seinem Paule S den Großen Preis der LLN-Etappe Ocala gewonnen hat, sicherte sich am Freitag Rene Dittmer mit Cody den Sieg in der mit 120.000 US-Dollar dotierten Winning Round des CSIO5*. Pardauz – so viele deutsche Erfolge in den Hauptprüfungen und am Samstag folgt der Nationenpreis der Longines League of Nations. Kann das deutsche Team auch dort glänzen?

Die deutsche Nationalhymne erklang erneut im World Equestrian Center – Ocala (WEC), als René Dittmer und Cody zur Siegerehrung Aufstellung nahmen. Das Prüfungsformat Siegerrunde war auf die Top-Ten im Umlauf begrenzt. Ein fehlerfreier Ritt garantierte also nicht automatisch die Qualifikation. Bereits zur Halbzeitpause waren zwölf fehlerfreie Runden absolviert worden, und in der zweiten Hälfte folgten fünf weitere. Somit war die Zeit auf dem vom irischen Parcoursdesigner Alan Wade entworfenen Kurs der entscheidende Faktor.
„Hinter mir waren einige richtig schnelle Pferde, deshalb musste ich mein Bestes geben“, sagte Dittmer. „Mein Pferd hat gut gewendet, und zum Glück hat es am Ende geklappt. Er ist von Natur aus sehr schnell. Er ist noch etwas unerfahren, deshalb sucht er im Stechen nicht sofort den nächsten Sprung in der Kurve. Manchmal mache ich im Stechen mit ihm noch einen Galoppsprung zu viel in den Kurven, aber er ist superschnell. Er springt schnell über die Sprünge, und sein Galopp ist von Natur aus schnell.“ Damit sicherte sich Deutschland in den USA zum zweiten Mal in Folge den Sieg in der WEC Grand Arena, nachdem André Thieme zuvor bereits den mit 350.000 US-Dollar dotierten J.P. Morgan Grand Prix CSIO5*-LLN gewonnen hatte.

„Ich wollte unbedingt gewinnen“, sagte Thieme, der die letzten 26 Winter in Ocala verbracht hat. „Als ich Christian (Anmerk: Christian Kukuk) sah, wusste ich, dass es sehr schwer werden würde. Ich war dieses Jahr bei jedem Grand Prix hier platziert, und jedes Mal bin ich im Stechen nicht genug Risiko eingegangen. Ich dachte – okay, das ist der letzte Grand Prix in Ocala, also bin ich das Risiko eingegangen, und es hat sich gelohnt.“ Olympiasieger Kukuk hatte 2025 den Großen Preis in Ocala gewonnen und war mit der elf Jahre alten Fantasia de WY im Stechen ebenfalls fehlerfrei und Zweiter geblieben. Doppelter Triumph also für das deutsche Aufgebot in Ocala. Um 17.15 Uhr Ortszeit beginnt am Samstag der zweite Nationenpreis der Serie Longines League of Nations mit zehn teilnehmenden Teams. Die Auslosung bescherte dem Quartett um Bundestrainer Otto Becker den neunten Startplatz. Thieme wird mit seiner EM- und Olympiastute DSP Chakaria als erster Mannschaftsreiter eröffnen, gefolgt von Rene Dittmer/ Corsica X, den Olympiasiegern Christian Kukuk und Checker und Europameister Richard Vogel mit Cloudio. Vor einem Jahr beendete Team Germany diese Etappe auf Rang zwei.
