„Am 30. Juni dieses Jahres endet das Arbeitsverhältnis von Geschäftsführerin und Zuchtleiterin Karoline Gehring im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Verband der Pferdezüchter Mecklenburg-Vorpommern e.V. (VPZ MV).“ So hat der Pferdezuchtverband auf seiner Facebook-Site die Trennung bekannt gegeben. Die 39-jährige Karoline Gehring, in Georgsmarienhütte im Landkreis Osnabrück geboren und aufgewachsen in Hasbergen (Teutoburger Wald), ist seit Mai 2019 im VPZ MV tätig. Abitur und Agrarstudium an den Hochschulen in Osnabrück, Göttingen und Rostock, mit diversen Praktika, u.a. am Leibnitz-Institut für Nutztierbiologie in Dummerstorf, folgte ein längerer Auslandsaufenthalt in Dubai. Als Freizeitreiterin und Züchterin, gemeinsam mit ihrem Vater, traten Pferde früh in ihr Leben.

Durch Studium und Praktika hat Karoline Gehring das Land Mecklenburg-Vorpommern zum Leben entdeckt und bewarb sich auf die Stelle als Geschäftsführer und Zuchtleiter im VPZ MV, als Uwe Witt nach 28-jähriger Tätigkeit in den Ruhestand ging. Schnell wurden ihre fachlichen Kompetenzen in der Pferdebeurteilung und bei Zuchtkritiken sichtbar. Die zunehmend bessere und modern gestaltete Sichtbarkeit des Verbandes, in medialen Auftritten des Internets und in den Sozialen Medien, trägt vorwiegend ihre Handschrift.
Karoline Gehring, die am Anfang ihrer beruflichen Entwicklung steht, möchte sich neu ausrichten. Ebenso der Verband der Pferdezüchter Mecklenburg-Vorpommern. Deshalb beschloss das Präsidium des VPZ MV auf seiner Sitzung am 2. März, im Einvernehmen mit Karoline Gehring, das Arbeitsverhältnis mit dem Verband zum 30. Juni 2026 zu beenden. Der Verband und seine Züchter bedanken sich ausdrücklich bei Karoline Gehring für ihre konstruktive und progressive Arbeit zum Wohle der Pferdezucht in Mecklenburg-Vorpommern. Sie befindet sich im Urlaub und kehrt nicht in den Verband zurück. Die satzungsgemäße Arbeit im Verband und in der Verbandsgeschäftsstelle geht auf allen Ebenen weiter wie bisher. Bis eine neue Führungspersönlichkeit eingearbeitet ist, hat Prokuristin Heike Fischer die Büroleitung übernommen.
Die Reaktionen auf die Demission der Zuchtleiterin fielen unter dieser Nachricht bedauernd aus. Bereits bei der Körung des Verbandes im Dezember 2025 auf dem Landgestüt Redefin wurde über unterschiedliche Auffassungen und Ideen zur Zukunft „gewispert“. So gab der Verband vorab bekannt, dass Dr. Thomas Nissen (Ex-Zuchtleiter des Holsteiner Verbandes) und Jörg Kotenbeutel erstmals in die Körkommission berufen worden sind, während der langjährige Körkommissar Jörg Weinhold nicht mehr dabei war. Diskussionswürdig – sowohl zuvor, als auch danach, denn Weinhold eilt zu Recht der Ruf voraus ein Zuchtexperte zu sein. Aus genau dem Grund hat sich das Gestüt Sprehe in Löningen – das regelmäßig Hengste zur Körung in MV vorstellt – die Dienste dieses Experten auch vor etlichen Jahren gesichert. Da bleibt – wie man es auch betrachtet – ein Geschmäckle, wenn der Mitarbeiter die Hengste vom Chef mit sichtet und kört (oder auch nicht). Gehring hatte dem Verband ein wenig mehr Moderne „verpasst“ ohne alles Vertraute über den Haufen zu werfen. Die Etablierung der Online-Auktion für Hengste und auch zwei Fohlenauktionen (online) sind ihr Verdienst, ebenso die Aufmöbelung des Internetauftritts und mit Weitblick schob die Zuchtleiterin auch die Jungzüchterarbeit voran. Auch ein Umzug der Geschäftsstelle aus Rostock heraus soll angeblich ein Thema gewesen sein. MV muss sich nun also eine neue Zuchtleitung und Geschäftführung suchen. Generell versprüht das Pferdezuchtland MV schon länger keinen Funken Glamour: Das Landgestüt hat nach wie vor lediglich eine Interimsleitung, nachdem die Stellenausschreibung seitens des Landwirtschaftsministeriums vor weit mehr als einem Jahr – vorsichtig formuliert – scheiterte und danach ein Interessensbekundungsverfahren vom Ministerium auf den Weg gebracht wurde, das die Möglichkeiten eines alternativen Betreibermodells ausloten sollte. Letzte Nachricht dazu vom 16. August: Sieben Interessenten warfen den „Hut in den Ring“.
