Er ist 30 Jahre alt, hat bereits vor zwei Jahren den Weltcup als sein Ziel ausgerufen und in Bordeaux das Finale des Vierspänner-Weltcups gewonnen: Dries Degrieck hat mit Hunter, Leon, Kane B und Kimano in 283,67 Sekunden die entscheidende Weltcup-Prüfung vor Europameister Bram Chardon (NED) und dem Titelverteidiger Boyd Exell (AUS) für sich entschieden. Ein Mann, ein Wort, ein Ziel und das ist nun erreicht. Gefeiert werden darf nun gemeinsam mit den Grooms Tara Wilkinson und Kim van Holder und sämtlichen Freunden und Fans.

Degrieck, der 2025 in Lähden mit der Equipe EM-Silber gewann, hat der Indoor-Serie ein wenig frischen Wind verliehen. So spannend der andauernde Dreikampf Boyd Exell, Bram und Ijsbrand Chardon auch immer wieder ist, “neue” Protagonisten, die wie Degrieck durchaus wettbewerbsfähig sind, tun dem Sport gut. Rund drei Sekunden Differenz kosteten Bram Chardon den möglichen Sieg im Weltcup-Finale. Im Drive-Off hatten sowohl Degrieck, als auch Chardon je einen Fehler, allerdings waren der Belgier und seine Pferde in 132,19 Sekunden im Ziel, Chardon und seine Schimmel kamen nach 135,27 Sekunden durch die Zielpfosten.
Der Seriensieger des Weltcups dürfte den Finaltag wohl als wenig erbaulich einstufen. Boyd Exell, Weltmeister und Nummer eins der Hallensaison, erreichte zwar das Drive-Off der drei besten Gespanne aus dem Umlauf, kam in 133,13 Sekunden ins Ziel, hatte allerdings zwölf Strafpunkte eingesammelt. Und das ist durchaus ungewöhnlich für die Fahrsport-Ikone der internationalen Szene. Mit Bajnok, Katydid Duchess, dem unverwüstlichen Barney und Mad Max hatte Exell ein Weltklasse-Quartett vor dem Wagen mit nach Bordeaux gebracht.

Nächstes Ziel für alle: die Weltmeisterschaften in Aachen im August und vorher noch eine Reihe Nationenpreise. Die hat sich garantiert auch Christoph Sandmann “auf die Fahnen” geschrieben, ebenso wie Tochter Anna, die erstmals in der Indoor-Serie antrat. Sandmann wurde Fünfter so wie bereits in Finalprüfung eins und das nach langer Abstinenz im Hallensport. Der Vize-Europameister, seine Tochter und sämtliche Kaderkolleg/innen dürften sich nun auf die Outdoor-Saison vorbereiten und auf die WM im eigenen Land. Übrigens: Die Deutschen Meisterschaften der Vierspänner und auch der Nationenpreis der Fahrer in Deutschland finden in Rastede im Schlosspark im Rahmen des 77. Oldenburger Landesturniers vom 22. – 26. Juli, also vier Wochen vor den Weltmeisterschaften in Aachen statt.
Michael Jung Dritter im Großen Preis
Bordeaux Turniermacher wissen um die Attraktivität von Vielfalt und Prioritäten: Anstelle von zwei Weltcup-Ereignissen an einem Nachmittag, wurde verteilt. Die Weltcup-Qualifikation der Springreiter fand bereits am Samstagabend statt. Der Große Preis folgte am Sonntag vor dem Höhepunkt, dem Weltcup-Finale der Vierspänner. Im mit 165.000 Euro dotierten Grand Prix Audi sprang Michael Jung mit dem neun Jahre alten Fischerheros Z, der sich von Tag zu Tag steigerte, auf den dritten Platz. Fischerheros Z stammt aus der Zucht von Peter Hofmann und gehört Jung selbst. 24.750 Euro Preisgeld dürften dem dreimaligen Olympiasieger Vielseitigkeit durchaus willkommen sein. Gewonnen hat den Großen Preis Martin Fuchs (SUI) mit dem Holsteiner Wallach Conner Jei aus der Zucht vorn Gerhard Stamer vor Victor Bettendorf (LUX) mit Encore Toi du Linon.
