Europameister Richard Vogel gewinnt Großen Preis in Frankfurt

Der Hessische Ministerpräsident Boris Rhein schüttelte ihm mit größtem Respekt die Hand: Souverän hat Europameister Richard Vogel den Großen Preis von Hessen gewonnen. Mit dem Holsteiner Hengst Cloudio aus der Zucht von Heike Arendt, war das Paar in 34,09 Sekunden unschlagbar. Zweiter beim springsportlichen Hauptereignis des Frankfurter Festhallen-Reitturniers wurde der Deutsche Meister von 2024, Patrick Stühlmeyer mit Baloutaire PS (36,51) gefolgt von Felix Haßmann und Vithargos W.Z. (36,67)auf Platz drei. Turnierchef Rath freute sich über den Topsport, die ausverkaufte Halle und „…dass Boris Rhein wirklich Stammgast ist und jedes Jahr kommt – das macht uns natürlich sehr stolz.“

Erstmals den Großen Preis in Frankfurt gewonnen: Europameister Richard Vogel mit Cloudio. (Foto: Stefan Lafrentz)

40 internationale Paare sind im 1,55-Meter-Weltranglistenspringen an den Start gegangen, sieben haben sich für das Stechen qualifiziert und Vogel gehörte dazu. „Ich hatte das Glück, dass Sophie (Hinners) und David (Will) für mich ein bisschen mitgeguckt haben und ich Letzter im Stechen war“, erklärte der 28-Jährige. „Das ist immer eine sehr dankbare Ausgangssituation. David hat mir dann noch mal die letzten Tipps gegeben.“ Fehlerfrei flitzte Vogel mit dem elfjährigen Cloudio durch den Parcours, bei 34,09 Sekunden stoppte die Zeit, damit war er fast zweieinhalb Sekunden schneller als der Zweitplatzierte. „Cloudio war in super Form, auch in den letzten Wochen schon. Er war auch unsere Wahl fürs Top Ten Finale in Genf und hat das super gemacht“, lobt Vogel seinen Siegpartner. „Ich musste eigentlich nur nichts falsch machen als Reiter und das Ganze nicht versemmeln. Der größte Verdienst ging heute an mein Pferd.“ Frankfurt sei ganz oben auf der Liste als einer der Großen Preise, die man gewinnen will. Bisher habe es leider noch nie geklappt. „Das hat die Motivation nur noch mehr erhöht“, schmunzelte Vogel zufrieden. Der Große Preis war mit 105.000 Euro dotiert, der Sieger erhielt davon knapp 35.000 Euro Prämie. In Summe hat der Springprofi drei Springen in Frankfurt gewonnen, zwei davon mit Baxxter in der Jungpferde-Tour und den Höhepunkt, den Großen Preis. „Das war mein wunderbarer Jahresabschluss.“ Ergebnis hier.

2014 stand Patrick Stühlmeyer ganz vorne bei der Siegerehrung des Großen Preises von Hessen, aber auch mit Platz zwei war der 35-Jährige hochzufrieden: „Elf Jahre ist mein Sieg im Großen Preis jetzt her. Natürlich hätte ich gerne noch einmal gewonnen, aber ich bin unglaublich happy mit dem zweiten Platz – und vor allem mit dem Gefühl, das Baloutaire mir heute gegeben hat.“ Den 14-Jährigen Baloutaire hat der Bereiter aus dem Stall von Paul Schockemöhle erst vor wenigen Wochen von ‚Stallkollege‘ Philip Rüping übernommen. „Baloutaire und ich harmonieren wirklich hervorragend. Ich wusste, dass er in dieser Halle gut springt.“ Vor zwei Jahren habe der Balou du Rouet-Sohn das Championat in Frankfurt gewonnen, damals noch mit Rüping. „Im Stechen bin ich mit etwas Risiko geritten, ich wollte Richard ein wenig unter Druck setzen. Aber er war wieder in seiner eigenen Liga unterwegs und hat absolut verdient gewonnen.“

Felix Haßmann hatte mit dem neunjährigen Vithargos W.Z. eins der jüngsten Pferde im Stechen unter dem Sattel. „Letztes Jahr ist mein Pferd hier sein erstes 1,50m-Springen gegangen – das konnte er direkt gewinnen. In diesem Jahr sprang er am Freitag auch wieder sehr gut, aber ich habe im Stechen ein bisschen wackelig angefangen. Vielleicht hätte ich ein wenig schneller sein können, aber an Richards Zeit wäre ich ohnehin nicht herangekommen“, resümierte er professionell.

Unter den sieben Teilnehmern im Stechen waren auch drei Damen. Angelique Böckmann wurde mit Jardessa Vierte und insgesamt erfolgreichste Amazone des Turniers. Mit der elfjährigen Stute hatte sich auch am Tag zuvor im Champions Cup Platz drei belegt. Auch Janne-Friederike Meyer-Zimmermann war im Stechen dabei. Die Mannschafts-Weltmeisterin weiß, wie man in der Festhalle den Großen Preis gewinnt, das ist ihr 2010 gelungen. Heute musste sie als erste Reiterin des entscheidenden Parcours antreten und leistete sich mit Cellagon Cascais einen Abwurf. 2015 führte mit Jörne Sprehe das bisher letzte Mal eine Dame die große Siegerehrung an, eigentlich wäre ein Amazonensieg mal wieder ‚an der Reihe‘. Am Turniersonntag 2026, am 20. Dezember, haben die internationalen Springreiterinnen ihre nächste Frankfurt-Chance, die Männer von Platz eins zu verdrängen… PM

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