Der Hannoveraner Verband hat gekört und verkauft: Die Qualität des Jahrgangs 2023 habe sich nach der Vorauswahl bei der Körung eindrucksvoll bestätigt, teilte der Verband zum Abschluss der Kör- und Auktionsveranstaltung für Dressurhengste in Verden mit. 39 von 76 angetretenen Junghengsten wurden gekört. Acht Prämienhengste beklatschten die Zuschauer in der Niedersachsenhalle auf der Ehrenrunde, von denen fünf zum Hengstmarkt kamen, also verauktioniert wurden. Den Spitzenpreis von 500.000 Euro erzielte ein Vivaldos/Revolution-Sohn, den Helgstrand Dressage erworben hat.

„Hengste wie dieser waren das Ziel der Öffnung des Hengstmarktes. Wenn Hannover vorne stehen will, muss der Hengstmarkt Anziehungspunkt für die besten Hengste Europas sein“, sagte die Dressur-Olympiasiegerin Heike Kemmer, langjähriges Mitglied der Körkommission. Der in Dänemark registrierte Fuchs v. Vivaldos-Revolution stammt aus dänischer Zucht, wurde von Thorhauge Horses gezogen und von Nordentoft ApS ausgestellt. Er war der begehrteste Prämienhengst des Hengstmarktes und verbleibt in dänischem Besitz. Helgstrand Dressage erhielt den Zuschlag bei 500.000 Euro. Sein Boxennachbar wird ein brauner Hengst v. Viva Vitalis-Dante’s Junior (Z. u. Ausst.: Hendrik Schäfer, Köchingen). Er kommt aus dem hocherfolgreichen Mutterstamm der Schneiderin, der mit Imke Schellekens-Bartels Championatspferd Sunrise olympisch wurde. Der Dressuraspirant kostete 350.000 Euro.
Das Landgestüt Celle sicherte sich einen sich kraftvoll bewegenden Opoque-De Niro-Sohn aus der schwedischen Zucht des 2M2 Horses I Bastad AB. Er ist nicht nur der vierte gekörte, sondern auch der zweite prämierte Sohn der Stute Darina. Landstallmeister Dr. Axel Brockmann hatte allen Grund zur Freude, er wird auch den Prämienhengst v. Livaldon-Diamond Hit (Z.: Elisabeth Albers, Löningen, Ausst.: Gestüt Allerhop, Hambühren) in den Stall bekommen. Der aus dem Mutterstamm von Franziskus FRH gezogene Dunkelbraune war nur zur Körung in der Niedersachsenhalle.
Der erste Hengst des Hengstmarktes war ein Valdiviani-Feinrich-Sohn (Z.: Dr. Norbert Grittern, Heinsberg, Ausst.: Theo Lenzen, Mönchengladbach), der mit großem Applaus gefeiert wurde. Nach spannendem Bieterduell bewies eine Kundin aus den USA online das größte Durchhaltevermögen und ersteigerte den Braunen für 365.000 Euro. Auf der Station Sosath in Lemwerder wird der klassisch hannoversch gezogene Vivaldos-De Niro-Sohn (Z.: Roman Bravenec, Alt Ruppin, Ausst.: BG Schulte-Märter u. Schwierking, Soest) eine Beschälerbox beziehen. Für den Braunen erfolgte der Zuschlag bei 90.000 Euro. Es war bereits der zweite Auftritt des Hengstes in der Niedersachsenhalle, er gehörte vor zwei Jahren zum Lot der Elite-Fohlen- und Zuchtstutenkollektion.
Die Körung hatte mit einem späteren Prämienhengst begonnen: Kopfnummer eins trug ein Opoque-Bon Bravour-Sohn (Z. Dr. Christina Beuke, Lilienthal, Ausst.: Bollmoor Partner GmbH & Co KG, Lütjensee). Der bewegungsstarke Fuchs aus dem Stamm von Ulla Salzgebers Olympiasieger Rusty stand nicht zum Verkauf. Das galt auch für einen Feliciano-Fürst Romancier-Sohn (Z.: ZG Muhle, Burgdorf, Ausst.: 360° Sportpferde, Duisburg), der in seiner Typausprägung zu begeistern wusste und an der Longe echte Höhepunkte offenbarte. Beide Hengste gehen bei Pascal Kandziora auf Station und stehen damit im kommenden Jahr den Züchtern zur Verfügung.
Nach den Prämienhengsten wurden die gekörten und nichtgekörten Hengste versteigert. Das Landgestüt Warendorf sicherte sich einen Opoque-Christ-Sohn (Z.: ZG Lange, Hagen, Ausst.: Romina Capezzuto, Florida/USA) aus dem bedeutenden Stamm der Schwanjungfrau für 60.000 Euro. Der Durchschnittspreis für die 36 gekörten Hengste belief sich auf 82.444 Euro. 33 nicht gekörte Hengste kamen zur Auktion, für die durchschnittlich 25.455 Euro bezahlt werden mussten. Bevor der mit Spannung erwartete Hengstmarkt eröffnet wurde, wurden im Schauprogramm Bundeschampion Sky v. Sezuan-Sir Donnerhall (Z.: Gestüt Neff, Frankenberg) mit dem Namenszusatz FRH des Hannoveraner Fördervereins ausgezeichnet. Es war der überaus passende Rahmen, vor fünf Jahren verließ Sky als Prämienhengst die Niedersachsenhalle in Richtung Gut Schönweide in Grebin.
