Ein Leitsymptom, viele Ursachen: Leistungsinsuffizienz erkennen und richtig behandeln

Sonja Weiß, Dr.med.vet.
Fachtierärztin für Pferde
Spezialistin für Ophthalmologie und Innere Medizin
Sonja Weiß, Dr.med.vet. Fachtierärztin für Pferde Spezialistin für Ophthalmologie und Innere Medizin

Ein Pferd, das sonst motiviert mitarbeitet, wirkt plötzlich müde, zeigt weniger Go oder plötzliche Widersetzlichkeit unter dem Sattel: Für viele Reiter:innen ist das zunächst schwer einzuordnen. Ist das Tier einfach „schlecht drauf“ – oder steckt mehr dahinter?  

Häufig steht dann eine Leistungsinsuffizienz im Raum. Ein Begriff, der beschreibt, dass ein Pferd  die  seinem  Trainingszustand  entsprechende  Leistung  nicht  mehr  erbringt.  „Viele Besitzer:innen haben das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, auch wenn die Veränderungen zunächst nur subtil sind“, erklärt Dr. Sonja Weiß, Fachtierärztin in der Hanseklinik für Pferde. „Das Pferd ist schneller aus der Puste, wirkt über längere Zeiträume verspannt oder zeigt verlängerte Erholungsphasen nach der Belastung – all das sind typische Anzeichen, die ernst genommen werden sollten.“ 

Mögliche Ursachen: von der Lahmheit bis zu inneren Organen 

Der Großteil aller Leistungsinsuffizienzen hat einen orthopädischen Ursprung – also Probleme mit  dem  Bewegungsapparat.  Doch  auch  Herz,  Lunge,  Muskulatur,  Stoffwechsel  oder Atemwege  können eine  Rolle  spielen.  Selbst  Erkrankungen des  Verdauungsapparats,  wie etwa Magengeschwüre, kommen als Auslöser infrage. Die Bandbreite ist groß, und deshalb ist eine gründliche Ursachenforschung entscheidend. 

Breit aufgestellte Diagnostik ermöglicht detaillierte Ursachenforschung 

Zu Beginn steht eine umfassende klinische Untersuchung – von Kopf bis Huf. Dabei werden Temperatur, Schleimhäute, Puls, Herz- und Lungenfunktion sowie Haltung, Verhalten und Ernährungszustand  beurteilt.  Im  Rahmen  der  orthopädischen  Untersuchung  wird  der Bewegungsapparat eingehend klinisch und mittels bildgebender Verfahren beurteilt. 

Ein Schwerpunkt der Hanseklinik ist die Leistungsdiagnostik unter Belastung: Mithilfe von Belastungsendoskopie und Belastungs-EKG lassen sich Atem und Herzfunktion in Echtzeit während der Bewegung analysieren. Zusätzlich können Belastungstests durch Blutproben ergänzt werden. 

„Gerade weil die Ursachen so vielfältig sind, ist eine systematische interdisziplinäre Diagnostik der  Schlüssel“,  betont  Dr.  Weiß.  „Nur  wer  die  eigentliche  Ursache  kennt,  kann  gezielt therapieren – und so Leistungsbereitschaft wiederherstellen.“ 

Früh zu reagieren, ist essenziell für den Verlauf 

Leistungsinsuffizienz ist oft ein schleichender Prozess. Je früher die ersten Veränderungen erkannt und abgeklärt werden, desto besser sind die Heilungschancen. Bevor der Tierarzt oder  die  Tierärztin  gerufen  wird,  lohnt  es  sich,  Haltung,  Fütterung,  Trainingsniveau  und Sozialumfeld des Pferdes kritisch zu hinterfragen – doch sobald sich der Verdacht erhärtet, sollte nicht gezögert werden. 

Die  Hanseklinik  für Pferde kombiniert  dazu eine  ausführliche  Anamnese  mit modernster Diagnostik.  Das  Ziel:  die  genaue  Ursache  zu  finden  und  eine  individuelle  Therapie  zu entwickeln, die Pferd und Reiter:in wieder zu einem leistungsbereiten Team macht. 

Wenn  Sie  weitere  Fragen  zu  den  einzelnen  Ursachen  einer  Leistungsinsuffizienz  haben, wenden  Sie  sich  gern  an  uns.  Wir  vermitteln  Ihnen  Interviews  mit  Spezialist:innen  der Hanseklinik für Pferde. 

Weitere Informationen zum Behandlungsspektrum finden Sie auf der Website der Hanseklinik für Pferde. 

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