Stallbesitzer, Reiter und Pferdeliebhaber diskutieren regelmäßig über die optimale Haltung von Pferden. Klar ist, dass auf jeden Fall genügend Auslaufmöglichkeiten gewährleistet sein müssen. Doch wegen der Witterungseinflüsse gestaltet sich dies oft als schwieriger als zunächst gedacht. Gerade im Herbst und Winter verwandeln anhaltende Regenfälle den Offenstall oder Paddock nämlich schnell in einen sumpfigen Morast. Welche Probleme daraus resultieren und inwiefern Gummimatten zur Lösung des Problems beitragen, wird in diesem Beitrag vorgestellt.

Paddock-Matten als wichtiger Beitrag für eine gesunde Pferdehaltung
Paddocks werden von vielen Pferdehaltern gerne genutzt, um ihren Tieren täglichen Auslauf zu ermöglichen. In Paddockboxen, also Ausläufen, die direkt an die Box angrenzen, können Pferde selbst entscheiden, ob sie sich drinnen oder draußen aufhalten möchten. In der Regel sind hier auch direkte Sozialkontakte zu den benachbarten Pferden möglich. Reine Paddockausläufe hingegen umfassen meist eine größere Fläche, dafür verbringen die Vierbeiner normalerweise nur einige Stunden am Tag dort. Ein wesentliches Merkmal eines Paddocks ist jedoch immer, dass er komplett grasfrei ist – und gerade dieser Umstand verursacht Probleme.
Oft reicht nämlich schon ein kräftiger Regenschauer, und der gut gemeinte Auslauf wird zur Sumpflandschaft. Im Herbst und Frühjahr bekommt der aufgeweichte Boden häufig gar keine Gelegenheit mehr, um abzutrocknen. Die Folge: Das Pferd steht, sobald es sich nach draußen begibt, permanent auf einem nassen Untergrund. Für die Hufgesundheit ist das eine Katastrophe; Krankheiten wie Strahlfäule, bei der Fäulnisbakterien das weiche Strahlhorn angreifen und zersetzen, können sich unter diesen Umständen ideal ausbreiten. Auch die Rutschgefahr auf dauerhaft matschigen Böden ist nicht zu unterschätzen und kann schwere Schädigungen der Gelenke nach sich ziehen. Im Winter droht der feuchte Untergrund zudem einzufrieren – und kann dann zur lebensgefährlichen Falle fürs Pferd werden.
Abhilfe schaffen sogenannte paddockmatten. Dabei handelt es sich um großflächige Matten mit Löchern, die dafür sorgen, dass Paddocks das ganze Jahr über nutzbar bleiben. Durch die Drainagewirkung der Löcher kann Regenwasser problemlos abfließen – das ist nicht nur für die Pferdegesundheit wichtig, sondern schont auch den Boden vor rascher Erosion.
Die Bedeutung von Stallmatten für die Pferdehaltung
Doch nicht nur um die Gestaltung des Außenbereichs machen sich Pferdehalter Gedanken, auch die Box selbst soll dem Tierwohl entsprechen. Deshalb setzen immer mehr Stallbesitzer auf stallmatten. Dabei handelt es sich um Matten aus Gummi, die eine polsternde und isolierende Funktion haben. Dadurch werden die empfindlichen Pferdegelenke geschont. Ein positiver Nebeneffekt: Da die Stall-Matten selbst bereits so weich sind, reduziert sich automatisch die Menge des benötigten Einstreus.
Ein weiterer angenehmer Aspekt, den viele Stallbesitzer sehr schätzen, ist die Möglichkeit der hygienischen Reinigung von Stall-Matten. Im Gegensatz zu vielen anderen Böden saugen sie Urin nicht auf, wodurch sich das Stallklima langfristig verbessert. Auf diese Weise können mitunter sogar Atemwegserkrankungen gemildert oder präventiv verhindert werden.
Materialien, Eigenschaften und Unterschiede von Paddock-Matten
Materialien, Eigenschaften und Unterschiede von Paddock-Matten Paddock-Matten werden aus verschiedenen Materialien hergestellt. Die häufigsten Varianten bestehen aus Naturkautschuk, Gummi oder Kunststoffmischungen. Naturkautschuk ist ein nachwachsender Rohstoff, der aus dem Saft des Kautschukbaums gewonnen wird. Matten aus Naturkautschuk weisen eine gute Abriebfestigkeit bei gleichzeitiger hoher Elastizität auf. Gummi ist grundsätzlich ein Oberbegriff für Produkte, die aus Kautschuk gewonnen wurden. In der Regel ist damit jedoch synthetisches Kautschuk gemeint, das chemisch hergestellt wird. Die Eigenschaften sind vergleichbar mit Naturkautschuk, allerdings ist die Ökobilanz von synthetisch hergestelltem Gummi schlechter.
Installation, Pflegeaufwand und wirtschaftliche Betrachtung
Paddock-Matten stellen langfristig eine effiziente Möglichkeit dar, um Ausläufe dauerhaft nutzen zu können – dafür reicht es allerdings nicht aus, die Gummimatten einfach auf den Paddockboden zu legen. In diesem Fall muss damit gerechnet werden, dass der Matsch die Matten früher oder später verschlingen wird. Stattdessen sollte der Untergrund professionell aufbereitet werden, um Matsch und Morast langfristig loszuwerden.
Hierfür müssen zuerst rund 20 Zentimeter des Bodens abgetragen und mit Schotter und anschließend Kies aufgefüllt werden. Dabei handelt es sich um die sogenannte Tragschicht, die künftig als Drainage wirkt. Damit sich diese Schicht nicht mit der Oberfläche vermengt und die Wirkung zunichtemacht, sollte zusätzlich eine Trennschicht angebracht werden. Hierfür eignet sich wasserdurchlässiges Foliengewebe. Auf der Trennschicht können dann die Paddock-Matten verlegt werden, eine zusätzliche Schicht Sand verbessert das Trittgefühl der Pferde.
Damit die Paddock-Matten lange ihren Zweck erfüllen, müssen sie regelmäßig auf Löcher untersucht werden. Außerdem sollte es selbstverständlich sein, dass Pferdeäpfel regelmäßig entfernt werden. Für die ideale Pflege der Gummimatten sollte der Paddock zudem regelmäßig abgezogen werden. Dadurch werden tiefe Unebenheiten – die wiederum stehendes Wasser begünstigen – verhindert.
Sorgfältig durchgeführt kann die Verlegung von Paddock-Matten durchaus zunächst kostenintensiv sein. Stallbesitzer sollten sich allerdings vor Augen halten, dass Tierarztkosten, die ein ausgerutschtes oder ein an Strahlfäule erkranktes Pferd verursachen, diese schnell übersteigen. Je nach Situation kann es zudem eine Überlegung wert sein, nur Teile des Paddocks mit Matten zu verlegen. Da Pferde nicht gerne auf morastigen Untergründen stehen, werden sie die trockenen Bereiche bevorzugen, wodurch gleichzeitig die matschigen Stellen weniger belastet werden und so besser trocknen können.

Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit im Fokus
Nachhaltigkeit ist ein Thema, das beständig an Relevanz zunimmt – auch bei der Pferdehaltung. Wie die Ökobilanz der verschiedenen Mattenmaterialien ausfällt, wurde bereits erläutert. Matten aus recyceltem Material gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung und sollten beim Kauf als Option berücksichtigt werden. Bei der Entsorgung der Gummimatten sollte zudem auf die lokalen Bestimmungen geachtet werden. Diese können in der Regel auf der Webseite der Gemeinde oder Stadt nachgelesen werden. Im Zweifel sollte auch der Mattenhersteller hilfreiche Hinweise zu einer nachhaltigen Entsorgung seiner Produkte geben können. Eine weitere Option, um beim Kauf von Paddock-Matten auf den ökologischen Fußabdruck zu achten, ist das bewusste Achten auf entsprechende Prüfsiegel oder Zertifizierungen.
Praxisbeispiele und Erfahrungsberichte
Ob im Roundpen, im Offenstall oder auf Paddocks – die praktischen Gummimatten haben sich bereits auf vielen Höfen bewährt. Stallbesitzer und Trainer sind vor allem von der Möglichkeit begeistert, das Außengelände bei jedem Wetter nutzen zu können – für den täglichen Auslauf, den Reitunterricht oder zur Pferdebewegung. Voraussetzung für ein zufriedenstellendes Ergebnis ist allerdings die sorgfältige Vorbereitung des Untergrunds. Wer an dieser Stelle spart, kann sich die Investition oft gleich ganz sparen.
