Graffard greift nach dem Mehl-Mülhens-Stiftung – 63. Preis von Europa

Im letzten Jahr ging das Saison-Highlight im Weidenpescher Park an Globetrotter Rebel’s Romance unter William Buick Foto: Marc Rühl
Im letzten Jahr ging das Saison-Highlight im Weidenpescher Park an Globetrotter Rebel’s Romance unter William Buick Foto: Marc Rühl

Die grün-roten Rennfarben des Aga Khan Studs sind weltbekannt im Galopprennsport. Am kommenden Sonntag sind sie im Mehl-Mülhens-Stiftung – 63. Preis von Europa durch den vierjährigen Hengst Sibayan prominent vertreten. Nach zwei Gruppe II-Erfolgen in Frankreich strebt er nun seinen ersten Sieg auf höchstem Niveau an. Denn der seit 1963 in Köln-Weidenpesch ausgetragene Preis von Europa zählt zu nur sieben Gruppe I-Rennen, die es jedes Jahr in Deutschland gibt. Um 16:00Uhr werden sich die Boxen in der mit 155.000 Euro Preisgeld dotierten Prüfung über die klassische Derbydistanz von 2.400m öffnen.

Trainiert wird Sibayan im französischen Chantilly bei Paris von Francis-Henri Graffard. Der 48-jährige gehörte 2003 zum ersten Jahrgang des internationalen Godolphin Flying Start-Ausbildungsprogramm, das beispielsweise auch der Kölner Trainersohn Vinzenz Schiergen absolviert hat. Graffard lernte als Assistent bei Alain de Royer-Dupré, der viele Jahre große Erfolge mit Aga Khan-Pferden feierte. 2011 wurde Graffard selbst Cheftrainer, 2015 gelang ihm mit Erupt der erste Gruppe I-Sieg.

Derbysieger mit In Swoop

Seinen ersten Gr.I-Sieg in Deutschland feierte Graffard 2020, als er für das Gestüt Schlenderhan mit In Swoop das Deutsche Derby gewann. In dieser Saison läuft es wie „geschnitten Brot“ für den Franzosen: So gelangen ihm am 6. September innerhalb von 30 Minuten zwei Treffer auf höchstem Niveau – durch Goliath im Grossen Preis von Baden und Sahlan im Prix du Moulin de Longchamp.

Ferland mit zwei Startern

Gleich zwei Pferde schickt der französische Trainer Christophe Ferland ins Rennen, beide für deutsche Besitzer. Der dreijährige Think Giant gehört dem Kölner Rennvereinspräsidenten Eckhard Sauren, beim vierjährige Columbus ist der Präsident der Besitzervereinigung, Gregor Baum, maßgeblich beteiligt. Beide sind aber nur Außenseiter.

Bestens in Deutschland bekannt ist Tiffany aus dem englischen Quartier von Sir Marc Prescott. Doch die fünfjährige Stute ist seit ihrem zweiten Platz im Großen Preis von Bayern (Gr.I) im vergangenen November nicht mehr an den Start gekommen.

Die deutschen Hoffnungen tragen zum einen das Gestüt Park Wiedingen und Trainer Peter Schiergen. Die vierjährige Egina gewann Anfang des Monats mit großem Kampfgeist den T von Zastrow Stutenpreis (Gr.II) in Baden-Baden, der dreijährige Path of Soldier war im Badener Grand Prix Fünfter hinter Goliath nach seinem vierten Rang im Deutschen Derby (Gr.I).

Zum anderen ist da Alleno, den Marcel Weiss für das Gestüt Ittlingen vorbereitet. Der vierjährige Hengst war in Grossen Preis von Baden Vierter, kam aber aus einer langen Pause nach seinem Sieg im Sauren Dachfonds Preis (Gr.II) in Weidenpesch. Die Ittlinger Farben haben zuletzt 2023 durch India im Preis von Europa dominiert – der Aga Khan gewann dieses Rennen vor 40 Jahren mit Sumayr, trainiert von Royer-Dupré und geritten von der französischen Jockey-Legende Yves St. Martin.

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