Europas Elite kämpft im Blenheim Palace um Ruhm: Die Agria FEI Eventing European Championship 2025

Yasmin Ingham (GBR) und Rehy DJ während der ersten Pferdeinspektion bei der Agria FEI Eventing European Championship 2025 © FEI / Łukasz Kowalski
Yasmin Ingham (GBR) und Rehy DJ während der ersten Pferdeinspektion bei der Agria FEI Eventing European Championship 2025 © FEI / Łukasz Kowalski

Die Bühne ist bereit für die 37. Ausgabe der Agria FEI Eventing European Championship 2025, die diese Woche vor der prachtvollen und historischen Kulisse des Blenheim Palace (GBR) stattfindet. Insgesamt 55 Athleten aus 17 Nationen präsentierten ihre Pferde bei der heutigen ersten Pferdeinspektion der Ground Jury. Alle Paarungen bestanden die Prüfung und bilden damit die Grundlage für zwei Dressurtage, die morgen beginnen und bis Freitag andauern.

Als Erste wird die Schweizerin Nadja Minder die Mittellinie vor dem Palast erreichen, gepaart mit dem stets zuverlässigen Toblerone. Mit 18 Jahren ist Toblerone eines der ältesten Pferde im Feld, aber immer noch voller Energie und Erfahrung. Mit mehreren Fünf-Sterne-Ergebnissen bilden sie ein zuverlässiges Paar, um den Weg für die entscheidende Cross-Country-Prüfung am Samstag zu ebnen.

Neun Nationen haben dieses Jahr Mannschaften aufgestellt: die Schweiz, Belgien, Großbritannien, Schweden, Deutschland, Frankreich, Irland, Italien und Österreich. Athleten aus acht weiteren Ländern werden als Einzelkämpfer antreten: Litauen, Norwegen, Niederlande, Tschechische Republik, Finnland, Ungarn. Ihr historisches Debüt bei einer Vielseitigkeits-Europameisterschaft geben Luxemburg und die Türkei. Ihre Teilnahme markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte der Meisterschaft, die 1953 begann, als die FEI Badminton zur Ausrichtung der ersten Veranstaltung einlud. In diesem Jahr nahmen nur sechs Nationen teil, wobei Großbritannien als einziges Team die Meisterschaft komplettierte und somit Gold gewann.

Großbritannien gilt als klarer Favorit auf Mannschaftsgold im Jahr 2025. Das Gastgeberland ist das erfolgreichste Land in der Geschichte der Meisterschaft mit unglaublichen 24 Mannschaftsgoldmedaillen und sieben Einzelsiegen. Angeführt wird das Team von Yasmin Ingham, der amtierenden Vielseitigkeits-Weltmeisterin, die mit Rehy DJ als Erste für das Team GB an den Start geht. Ihr zur Seite steht Piggy March, die ebenfalls morgen antritt. Die zweifachen Olympiasieger Tom McEwen und Laura Collett starten am Freitag mit ihren Paris-2024-Siegern JL Dublin bzw. London 52.

Doch im Pferdesport ist nichts garantiert. Auch Deutschland, das bereits sechs Mannschaftsgoldmedaillen bei Europameisterschaften gewonnen hat, hat ernsthafte Medaillenambitionen. Zu ihrem Team gehören Libussa Lübbeke, Malin Hansen-Hotopp und Jerome Robine, angeführt von keinem Geringeren als Michael Jung, einem der erfolgreichsten Vielseitigkeitsreiter aller Zeiten. Jung, dreifacher Olympiasieger, hat zudem drei aufeinanderfolgende Europameistertitel auf drei verschiedenen Pferden gewonnen – eine außergewöhnliche Leistung in Sachen Vielseitigkeit und Reitkunst.

Nach zwei Tagen Dressur richten sich alle Augen auf die Geländephase am Samstag, die immer das Potenzial hat, die Rangliste dramatisch durcheinander zu bringen. Der Parcours wurde von Kapitän Mark Phillips entworfen, der 1971 selbst eine Mannschaftsgoldmedaille bei der Europameisterschaft gewann. Er hat auch eine besondere Verbindung zu diesem Austragungsort: Seine Tochter Zara Tindall gewann den Einzeltitel, als die Meisterschaft 2005 in Blenheim ausgetragen wurde.

Die Gestaltung eines Vier-Sterne-Meisterschaftsplatzes, erklärt Phillips, erfordert ein feines Gleichgewicht: Er muss die weltbesten Kombinationen herausfordern und gleichzeitig auch für menschliche und pferdeartige Athleten aus Schwellenländern offen sein.

„Im Laufe der Jahre hat sich die Parcoursgestaltung enorm weiterentwickelt. Zu meiner Zeit war es nicht ungewöhnlich, dass nur die Hälfte des Feldes das Ziel erreichte. Dank verbessertem Training, sichereren Hindernissen und einem besseren Risikoverständnis erwarten wir heute, dass mehr als die Hälfte der Reiter fehlerfrei durchs Gelände kommt – wenn auch nicht unbedingt innerhalb der vorgegebenen Zeit. Wer alle einfachen Optionen wählt, kommt wahrscheinlich zu spät zum Tee.“

Kapitän Mark Phillips
(Cross-Country-Streckendesigner)

Phillips ist vor allem davon überzeugt, dass das Pferd an erster Stelle stehen sollte. „Für mich geht es immer darum, freundlich zum Pferd zu sein und ihm zu helfen, die Frage zu verstehen, auch wenn der Reiter einen Fehler macht. Pferde sehen die Welt anders. Sie reagieren am besten auf Blau, Gelb und Weiß, und als Beutetiere liegen ihre Augen seitlich am Kopf. Das bedeutet, dass sie sich nicht so konzentrieren können wie Menschen. Meine Aufgabe ist es, ihnen zu helfen, die Zäune zu ‚lesen‘, damit sie ihre Arbeit sicher erledigen können.“

Mit starken Teilnehmerfeldern, historischen Meilensteinen und einer ikonischen Kulisse verspricht die Agria FEI Eventing European Championship 2025 eine spannende Schau des Spitzensports, der Partnerschaft und des Nationalstolzes zu werden. Der Countdown bis zur ersten Dressurglocke läuft.

Startzeiten Dressur

TEAM-STARTLISTE

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