
„Man merkt einfach, dass die AMERICANA das Herz und die Lunge der Westernreitszene ist. Alle Verbände und Reiter sind gut beraten, dieses Turnier und diese Show jedes Jahr mit vollem Einsatz zu unterstützen. Wir müssen sie uns erhalten wie einen wertvollen Juwel“, betont Grischa Ludwig vom Schwantelhof in Bitz. Vom 3. bis 7. September verwandelte die AMERICANA Friedrichshafen erneut in das Zentrum der Westernreitwelt. Mit über 56.200 Besucherinnen und Besuchern, rund 500 Pferden aus 16 Nationen und 650 Rindern wurde das Messegelände für fünf Tage zur „größten Ranch Europas“ – mitten drin: das Team von LQH aus Bitz.
Zwei Pferde, zwei Finals für Grischa Ludwig
„Die AMERICANA hat wie immer alles von einem verlangt, aber es hat sich gelohnt und einen Riesenspaß gemacht“, schwärmt Grischa Ludwig nach dem Western-Event der Extraklasse. Der NRHA Million Dollar Rider von der schwäbischen Alb reiste mit drei Pferden nach Friedrichshafen: WEST COAST TRASH (Bes.: Margot van Doorne), CHIC WEASEL (Bes.: Georg Wiedenhofer) und NO SUGAR NO PARTY (Bes.: Bernhard Bliem). Mit den beiden letztgenannten startete er in der Bronze Trophy Open, einer Prüfung, bei der in diesem Turnierumfeld nur eine elitäre Auswahl der besten Reining-Reiter Europas an den Start gehen.
Schon im Vorlauf zeigte Ludwig starke Nerven: Mit 222 Punkten auf CHIC WEASEL und 220,5 Punkten auf NO SUGAR NO PARTY zog er als zweit- und drittbester Reiter ins Finale ein. „Die Stute konnte es im Finale nicht ganz bestätigen, sie war bei den vielen Zuschauern ein bisschen nervös und angespannt. Das war sehr schade, aber ist halt so“, erklärte er. Mit CHIC WEASEL bestätigte er seine 222 Punkte und wurde Sechster. „Damit bin ich grundsätzlich zufrieden, aber da ist noch ein bisschen Luft nach oben, da geht noch was. Wie man ja gesehen hat, schläft die Konkurrenz nicht. Minimalziel erreicht, aber mehr auch nicht“, resümierte er ehrlich.
WEST COAST TRASH siegt im Super Slide
Für einen besonderen Moment sorgte Ludwig mit seinem Erfolgspferd WEST COAST TRASH im beliebten Super Slide, bei dem der weiteste Sliding Stop prämiert wird – einem elementaren Manöver der Reining. „Ich hatte ihn zuhause im Training gar nicht mehr gestoppt, erst am Abend vorher und drei Mal bevor ich in die Prüfung gegangen bin“, berichtet Ludwig. Dennoch rutschte das Duo scheinbar mühelos mit überragenden 230 Punkten an die Spitze und sicherte sich den Sieg. Für die Besucher war WEST COAST TRASH zudem ein Star zum Anfassen: Viele nutzten die Gelegenheit, den berühmten Hengst zu sehen und Erinnerungsfotos zu machen.
Jugend und Non Pros mit Top-Ergebnissen
Auch für die Nachwuchsreiter von LQH brachte die AMERICANA Grund zur Freude. Finn Nestle überzeugte gleich doppelt: Mit SK SPACEX errang er großartige 213 Punkte und damit Platz zwei in der Youth 14–18, und mit SHINE MY PICABO holte er mit 210 Punkten zusätzlich den dritten Platz. Auch Madlene Bodmer aus Balingen zeigte mit JOE CASHMACHINE bereits im Vorlauf eine starke Leistung (212,5 Punkte) und zog als Zweitbeste ins Finale ein, wo sie Vierte wurde.
In der NRHA Intermediate Non Pro steigerte sich die junge Reiterin aus Balingen auf 214,5 Punkte und erreichte Platz zwei. Einen weiteren vierten Rang verbuchte sie mit 211,5 Punkten in der NRHA Limited Non Pro, knapp hinter Finn, der mit SK SPACEX ein zweites Mal den Silberrang gewann.
Die LQH-Amateurereiterin Aniek Hagelaars sicherte sich mit SHES ALL SHINING den Einzug ins Finale der Bronze Trophy Non Pro und beendete die Prüfung nach einem souveränen Ritt auf dem achten Platz.
Blick nach vorn
Nach den intensiven Tagen in Friedrichshafen heißt es für das Team von Ludwig Quarter Horses nur kurz durchschnaufen. Denn mit dem Abschluss der AMERICANA startet die Hochsaison der Jungpferde-Turniere – die Futuritys stehen unmittelbar bevor.
