EM Vierspänner: Österreich triumphiert im Marathon – Daniel Schneiders vor Sandmann

Daniel Schneiders (AUT) aus Bersenbrück fuhr der versammelten Konkurrenz bei der Europameisterschaft in Lähden davon. (Foto: M. Guilliamot)
Daniel Schneiders (AUT) aus Bersenbrück fuhr der versammelten Konkurrenz bei der Europameisterschaft in Lähden davon. (Foto: M. Guilliamot)

(Lähden) Die Taktik ging auf: “Der Plan war, konstant jedes einzelne Hindernis gut zu fahren und nicht das letzte Risiko in Kauf zu nehmen”, so beschrieb es Daniel Schneiders nach dem spektakulären Marathon der Vierspänner bei den FEI Europameisterschaften der Vierspänner. Der 44-jährige aus Bersenbrück im Landkreis Osnabrück fährt seit einigen Jahren für Österreich, wird bei der EM von einem irisch-slowakisch-australischen Team unterstützt und hat außerdem noch den Equipenchef Andreas Ruschitzka aus Wien an seiner Seite.

 “Mann, das ist vielleicht einen Tick zu schwer, habe ich beim Abgehen der Marathon-Hindernisse gedacht”, so Schneiders, “beim Fahren war es dann doch deutlich besser.” EM-Gastgeber Christoph Sandmann von der PSG Lähden düste ähnlich flüssig auf den zweiten Platz, Tochter Anna wurde Sechste im Marathon, beide verfolgt von tausenden Fans. Vater und Tochter haben sich damit an die Spitze der Einzelwertung nach zwei Teilprüfungen geschoben, vor dem noch aktuellen Europameister Bram Chardon. Zwischen Sandmann und Sandmann reihte sich in der Marathon-Platzierung das erfolgsverwöhnte Oranje-Trio Koos de Ronde, Ijsbrand und Bram Chardon. Nach zwei von drei Teilprüfungen haben sich die Titelverteidiger aus den Niederlanden damit an der deutschen Equipe vorbei auf Platz eins in der Teamwertung geschoben, Belgien folgt an dritter Position in der EM-Teamwertung.

Neben Anna Sandmann zählen zum deutschen Aufgebot auch Michael Brauchle (Aalen) und Anna Mareike Meier (Negernbötel), deren Dressursieg am Freitag für das Team sehr wichtig war. Im Gelände wurde es für die Schleswig-Holsteinerin Rang 19. Michael Brauchle, der für seine schnellen Geländerunden bekannt ist, hatte in Lähden zu kämpfen und wurde 25. Das bringt enorme Spannung in das Hindernisfahren am Sonntag – gerade mal einen Fehler voneinander entfernt rangieren die Top-Teams auf den ersten drei Plätzen.

Alexandra Sievers – Kurs Titelverteidigung bei der Weltmeisterschaft Para-Driving

Sie gewinnt und gewinnt – Alexandra Sievers (Rheinische Höhen) hat nach der Dressur auch den Marathon mit ihrer Stute Equistar Lucie gewonnen. Die mehrmalige Deutsche Meisterin und Doppel-Weltmeisterin 2023 im Grade II führt damit klar vor dem Niederländer Hans Arends mit Candy und ihrem Landsmann Franz-Josef Melchers und Leonardo. Der Mann aus Nordwalde fährt seine erste Weltmeisterschaft und das mit großem Erfolg. Im Grade I hat der Niederländer Jacques Poppen den Marathon gewonnen vor seinem Landsmann Josien de Boer und damit haben beide der Weltmeisterin Tracy Bowman aus den USA nach zwei Teilprüfungen die Führung abgenommen. Der Titelverteidigerin und ihrem Albrecht Hoeve`s Lars muss am Sonntag im Hindernisfahren alles gelingen, um erneut Gold gewinnen zu können.

Sonne, Sport und tausende Zuschauer/innen

Die Europameisterschaften und die Weltmeisterschaften erwiesen sich als Publikumsmagneten am Samstag: Schon morgens füllten sich noch vor Öffnung der Tageskassen die Parkplätze und die Straße am Turniergelände, pilgerten etliche Fahrsportfans und Familien auf das Gelände, um einen sonnigen Tag mit einem spektakulären Marathon zu erleben. Lautstark angefeuert und beklatscht wurden Para-Driver, die Teams und Einzelfahrer des Nationenpreisevents der Einspänner und die Vierspänner. In Scharen folgten Fans ihren Favoriten von Hindernis zu Hindernis und besonders viel Begeisterung galt Christoph und Anna Sandmann. Wenn Vater und Tochter in Lähden durch die Hindernisse zirkeln, dann braucht man keine Starterliste, man muss nur der Geräuschkulisse folgen. 

Beinahe lautlos, pragmatisch und bis ins Detail vorbereitet arbeiteten die “Bautrupps” der PSG Lähden. Da wurde zwischendurch blitzschnell der Boden in Hindernissen glatt gezogen, Teile geprüft und nachgebessert, wo es nötig war – so als würde man jede Woche ein internationales Championat in Lähden haben. Am Sonntag geht es ab 09.00 Uhr ins Hindernisfahren für die WM Para-Driving, ab 13.30 Uhr folgen die Vierspänner in der dritten EM-Teilprüfung.

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