
(Lähden) Es geht um Gold, Silber und Bronze, um Titelverteidigung und ein klares Signal in die Fahrsportwelt: Mit der ersten Teilprüfung Dressur hat in Lähden die Weltmeisterschaft Para-Driving begonnen und endete mit einem ersten Sieg für die Titelverteidigerin Alexandra Sievers (Rheinisch Höhen). Die Doppel-Weltmeisterin von Exloo (2023) hat mit ihrer KWPN-Stute Equistar Lucie im Grade II mit 70,95 Prozent die Dressur gewonnen.
Sievers ist auch Teil der deutschen Equipe, die vor zwei Jahren bereits Team-Gold holte und das darf es gern wieder sein, wenn es nach den Interessen des deutschen WM-Aufgebots geht. Platz zwei eroberte der Niederländer Aad van Marwijk mit Hijker Forest Colt vor Franz-Josef Melchers aus dem westfälischen Nordwalde und Leonardo. Für Melcher ist es die WM-Premiere. Entsprechend groß war die Begeisterung über die Platzierung unter den Top-Drei.
In der Grade I-Gruppe feierte Tracey Bowman aus den USA einen sicheren Erfolg. Mit 74,29 Prozent wurde die sehr korrekte und flüssige Vorstellung mit Albrecht Hoeve`s Lars belohnt. Tracy Bowman ist eine der erfahrensten Championatsteilnehmerinnen der FEI Weltmeisterschaften Para-Driving und wie Alexandra Sievers Titelverteidigerin. Zweimal konnte sich die US-Amerikanerin bereits den WM-Titel sichern. Wird es in Lähden der dritte? Platz zwei und drei gingen in die Niederlande: Jaques Poppen und Horses2Fly Anniek, sowie Josien de Boer und Zodie Mijn Grensjuweel sind der Titelverteidigerin mit über 73 und über 71 Prozent durchaus dicht auf den Fersen. Und spannend wird es dahinter mit Routinier Heiner Lehrter (Mettingen) und Maestros Nero und Patricia Großerichter (Stemwede) und DSP Gentleman auf den Plätzen vier und fünf. WM-Rekordteilnehmer Lehrter und Großerichter gewannen 2023 mit Alexandra Sievers auch WM-Gold in der Mannschaftswertung. Deutschland, die Niederlande und Großbritannien stellen bei der Para-Driving WM das größte Kontingent an Athleten.
In der Mannschaftswertung führen die Niederlande vor den USA und den Titelverteidigern aus Deutschland, allerdings sind die Abstände hauchdünn: Gerade mal 0,08 Punkte trennen die US-Equipe vom deutschen WM-Aufgebot. das sorgt dafür, dass dem Marathon am Samstag noch mehr Bedeutung zukommt.
Leihgaben für das Abenteuer WM
Die US-Fahrer/innen haben sich mit einer Ausnahme schon vor mehr als zwei Wochen auf den Weg nach Europa gemacht und fahren zum Teil mit geleasten Ponys und Pferden. Der Lufttransport für die Vierbeiner aus den USA nach Europa ist enorm teuer und weil es in den USA deutlich schwieriger geworden ist, Fördermittel oder auch Sponsoren zu finden, ließen sich die Top-Para-Driver diese Lösung einfallen um Team USA in die Nähe eines “first place” zu bringen. Deborah Marcuccilli fährt mit Tjibbe in Lähden bei der WM ein Pferd aus dem Stall des niederländischen Mannschafts-Europameisters Koos de Ronde, für sie ist es das WM-Debut.
Kanadierin gewinnt CAIO4*-Auftakt
neben EM und WM wird in Lähden auch ein CAIO4*, also Nationenpreisturnier für Einspänner ausgetragen, bei dem Kelly Bruder (CAN) und ihr Longtimepartner Flip mit glatten 75,00 Prozent die Dressur dominierten, gefolgt von Linnea Kristiansen (FIN) und Lady Lexington und Claudia Lauterbach (GER) mit Verano auf dem dritten Platz. in der Teamwertung führt die deutsche Equipe vor Luxemburg und den Niederlanden. Neben Lauterbach sorgten auch Anne Unzeitig und Lars Krüger für hohe Prozentzahlen.
Vierspänner am Freitag mit EM-Auftakt
Sven Kneifel aus Wunstorf ist am Freitag um 09.30 Uhr der erste Starter bei der FEI Europameisterschaft der Vierspänner. Der Niedersachse wurde als erster Fahrer ausgelost. Um 18.16 Uhr geht als letzter Polens Wieslaw Sadowski an den Start- insgesamt absolvieren 41 Vierspänner den Dressurauftakt in Lähden. Nur eine knappe dreiviertel Stunde später beginnt dann Lähdens großer Showabend mit spektakulären Schaubildern und Stunts aus der Region, aus Ungarn und Tschechien. Eine Kostprobe gab es bereits am Vormittag in Lähden mit atemberaubenden Stunts – nichts für schwache Nerven…
