Derby-Zeit in Berlin: Mit der aus Uranja und Uffizie bestehenden Doppelspitze ist das Gestüt Lasbek bestens aufgestellt. Doch Arielle Diamant, Under a Spell und La Vita agierten in den Vorläufen ebenfalls bärenstark. Das Finale zum Super Trot Cup verspricht Sport der Extraklasse auf der Rennbahn Mariendorf – Gastgeber des 130. Deutschen Traber-Derbys.

Während es in den Vorläufen zum Derby der Hengste und Wallache sehr formgemäße Ergebnisse gegeben hat, hielten die Ausscheidungen der Stuten einige Überraschungen parat. Denn mit Sahara Firebird musste die Mitfavoritin auf den Sieg in dem der legendären Marion Jauß gewidmeten Deutschen Stuten-Derby bereits vor dem Rennen passen. Die Stute aus dem Stall Germania konnte aufgrund von Fieber erst gar nicht die Reise nach Berlin antreten. Auch im ersten Vorlauf wurden zwei hochgehandelte Stuten bereits frühzeitig aus allen Derby-Träumen gerissen. Während die Lasbekerin Uranja an der Spitze Tempo und Gegnerinnen bis ins Ziel souverän kontrollierte, zermürbten sich die favorisierten Chesca und Pour Moi in zweiter bzw. sogar dritter Spur und hatten nach diesem „Transport“ keine Reserven mehr, um das Finale zu erreichen. So gingen die weiteren Finalkarten an die streng innen geschonte Lady Nele und Celebrity Crush S.
In den weiteren drei Vorläufen blieben größere Überraschungen aus. Under a Spell hatte nach dem Ausfall von Sahara Firebird nicht die geringste Mühe, Fabulous Girl und Wyanet im wohl schwächsten Vorlauf auf die Plätze zu verweisen. Danach entriss Uffizie mit gewaltigem Speed der sich schon im Ziel wähnenden Lady Fortuna noch den Sieg – vor der ebenfalls nur knapp geschlagenen Okura Greenwood. Den wohl sportlich anspruchsvollsten Vorlauf holte sich Arielle Diamant, die bei ihrem Sturmlauf die außen herum nicht minder gefällige La Vita auf den Ehrenplatz verwies. Dabei trabte die „Meerjungfrau“ mit 1:12,4 auch die schnellste Zeit aller Vorlaufsiegerinnen.
Für das Finale ist das Gestüt Lasbek mit seiner ganz innen abgehenden Doppelspitze nun bestens aufgestellt. Uranja (Jörgen Sjunnesson) wird mit ihrem gewaltigen Antritt wohl kaum an der Kommandoübernahme zu hindern sein und könnte im Laufe des Rennens ihrer sehr wahrscheinlich über noch mehr Kapazität verfügenden Stallgefährtin Uffizie (Josef Franzl) recht wertvolle Helferdienste leisten. Under a Spell (Jeffrey Mieras) wird sich wahrscheinlich hinter Uranja einordnen und sollte einen vorderen Rang anpeilen. Arielle Diamant ist noch recht hitzig und nicht leicht zu regulieren. Daher war es auch nicht verwunderlich, dass ihr Pilot Michael Nimczyk bei der Auslosung Startplatz fünf wählte, um seine noch nicht so routinierte Stute bei der sicherlich höllisch schnellen Eröffnung außen aus den Positionskämpfen herauszuhalten. Von dieser Startnummern-Entscheidung profitierte die bislang gewinnreichste Stute des Jahrgangs, La Vita (Robin Bakker), die nun mit Startplatz vier hervorragend aufgestellt ist und mit besten Siegchancen in die bislang wichtigste Prüfung ihrer Karriere gehen sollte. Für die verbleibenden Teilnehmerinnen dürfte es eher um ein gutes Platzgeld gehen. Erwähnenswert ist noch, dass sich Amateurfahrer Jani Rosenberg im Sulky seiner Lady Fortuna den Traum von einer Stutenderby-Teilnahme erfüllen wird. PM
