Bei der Voltigier-Europameisterschaft für Senioren, die gemeinsam mit der Weltmeisterschaft der Nachwuchs-Voltigierer in Stadl-Paura (Österreich) ausgetragen wird, sind die nächsten Entscheidungen gefallen und die deutsche Bilanz ist beeindruckend: Bei den Damen holen die deutschen Voltigiererinnen Kathrin Meyer, Alice Layher und Alina Roß gleich alle Medaillen, bei den Herren gewinnt Thomas Brüsewitz EM-Silber. Im abschließenden Gruppenwettbewerb verteidigt das Team NORKA des VV Köln-Dünnwald seinen Titel und wird Europameister und das Junioren-Team Fredenbeck wird mit Silber belohnt.

Die deutschen Voltigiererinnen feierten bei den Europameisterschaft in der Altersklasse Ü21 ein komplett deutsches Podium – in exakt der Reihenfolge wie zuletzt bei den Deutschen Meisterschaften 2024. Die Deutsche Meisterin und dreifache Siegerin des FEI World Cup Voltigieren, Kathrin Meyer, war als Favoritin in das Championat gestartet und wurde dieser Rolle in beeindruckender Manier gerecht. Auf Capitain Claus OLD, vorgestellt von Gesa Bührig, zeigte sie ein anspruchsvolles Technikprogramm, das mit überragenden 9,033 Punkten vom internationalen Richtergremium belohnt wurde. In der Kür konnte sie mit 8,702 Punkten überzeugen und stand mit einer finalen Championatswertung von 8,809 am Ende ganz vorne. „Es war Arbeit, aber es hat sich gelohnt, zu kämpfen“, sagte sie nach ihrer gelungenen Titelverteidigung. „Ich habe zwei schöne erste Runden geturnt und heute in der Kür mit den hohen Bodensprüngen ist das manchmal schwer, aber ich habe es hinbekommen und konnte die Führung verteidigen.”

Im Jahr vor der WM in Aachen: Damen-Trio glänzt
Nur knapp dahinter: Alice Layher (Brackenheim), die mit der Stute Candy an der Longe von Daniel Zembrot an den Start ging. Die WM-Dritte von Bern 2024 präsentierte eine Top-Leistung und festigte mit einem Endergebnis von 8,747 Punkten ihren Platz an der europäischen Spitze. Komplettiert wurde das rein deutsche Siegerpodest durch Alina Roß, die mit ihrem bewährten Pferd Baron R und Longenführer Volker Roß einlief. Nach Silber bei der WM in Bern 2024 wurde es für die Userin bei der diesjährigen EM die Bronzemedaille. Mit der besten Finalkür und einer Gesamtwertung von 8,621 Punkten rundete die 24-Jährige das deutsche Triumph-Trio ab.
Für Bundestrainer Kai Vorberg ein erfreuliches Signal mit Blick auf die Zukunft und die Heim-WM 2026 in Aachen: ,“Bei den Damen war es eine beeindruckende Demonstration von hochklassigem Sport. Unsere drei Damen haben ihre Leistungen gebracht und sich in einer Manier dem Druck entgegengestellt, dass es einem wirklich die Sprache verschlagen könnte. Alle miteinander haben gezeigt, was für einen hochklassigen Sport wir im Damenbereich bieten können. Das ist im Hinblick auf nächstes Jahr eine ganz tolle Grundlage, die uns alle hoffen lässt.”
Mit einem hochklassigen Finale ging die EM-Entscheidung der Voltigierherren am Samstagnachmittag zu Ende. Der neue und alte Europameister heißt Quentin Jabet: Der Franzose, der nach der Pflicht zwar noch hinter Thomas Brüsewitz (Köln) lag, dominierte das Feld nach Technik und Kür klar und sicherte sich mit einer Endnote von 8,959 Punkten souverän den Titel. Die Silbermedaille ging somit an WM-Dritten von 2024, Thomas Brüsewitz. Auf William II Z, vorgestellt von Maik Husmann, zeigte der 31-Jährige erneut seine große Routine. Dank der Spitzenposition nach der Pflicht und zwei weiterer solider Runden kam er in der Gesamtwertung auf 8,606 Punkte.
Auf Medaillenkurs lag bis vor der Finalkür auch noch Jannik Heiland (Wulfsen.) Der EM-Silbermedaillengewinner von 2023 zeigte auf seinem neuen Pferd San Djamiro an der Longe von Barbara Rosiny eine starke Leistung, musste sich dann aber in der Kür dem Österreicher Philip Clement geschlagen geben, der die zweitbeste Wertnote nach Jabet kassierte und sich somit auf Rang drei schob (Gesamtnote: 8,588). Für Heiland bedeutete dies ganz knapp Platz vier mit einem Endergebnis von 8,560.

EM-Gold für Deutschland: Team NORKA überzeugt erneut
Im abschließenden Gruppenwettbewerb krönten sich die klaren Favoriten und Titelverteidiger vom Team NORKA des VV Köln-Dünnwald erneut zum Europameister. Mit einer souveränen Darbietung in Pflicht und Kür sicherten sich die Athleten zusammen mit der frisch gekürten Voltigiermeisterin Alexandra Knauf an der Longe des zehnjährigen Wallachs Ecuador mit einer Endnote von 8,537 Punkten verdient die Goldmedaille. Bereits in der Pflicht präsentierte sich das Team stark und konnte sich mit einer Wertnote von 8,227 klar an der Spitze des Feldes positionieren. Ihr Partner Ecuador zeigte sich kurz vor Beginn der Kür kurzzeitig angespannt, konnte sich dann aber wieder fangen, sodass das Team aus Köln konzentriert und harmonisch seine Leistung zeigen konnte. Die Kürwertung von 8,743 bedeutete den Sieg.
Für das Junioren-Team gab es WM-Silber hinter den überglücklichen Österreichern, die sich Gold sicherten. Für die Junior-Squad eine beeindruckende Leistung und ein weiterer Pluspunkt für die deutsche Erfolgsbilanz. Peter Wagner stellte das Juniorenteam mit Sambas Argument von Ka vor. Mit der Gesamtnote 7,952 beendeten die ganz jungen Voltis diese Weltmeisterschaft. Die EM-Entscheidungen bei den Doppelvoltigierern der Senioren und im Nationenpreis stehen am Sonntag noch aus – mit weiteren Medaillenchancen für die deutschen Voltigierer. fn-press/Carolin Christmann/Vaulting World.
