
Die FEI-Distanz-Weltmeisterschaft für junge Pferde fand am Samstag, den 2. August 2025, inmitten der atemberaubenden Hügellandschaft der Haute-Loire im französischen Jullianges statt. Bei diesem prestigeträchtigen 120 Kilometer langen Event traten 82 der vielversprechendsten 8-jährigen Distanzpferde der Welt und ihre Reiter gegeneinander an. Der anspruchsvolle und abwechslungsreiche Parcours stellte Ausdauer, Geschick und die einzigartige Partnerschaft zwischen Pferd und Reiter auf die Probe.
Den ersten Platz belegte Saif Ahmed Mohammed Ali Almazrouei (VAE) auf Bullio Quasillo mit einer beeindruckenden Durchschnittsgeschwindigkeit von 21,6 km/h. Dicht dahinter sicherte sich Essa Rashed Mohammad Saeed Almazrouei (VAE) auf Al Fatina den zweiten Platz, nur 45 Sekunden hinter ihm bei seinem ersten Meisterschaftsauftritt. Das Podium komplettierte Sultan Abdulaziz Mayoof Alromaihi (BRN) auf Haqtar Du Carrelie mit 21,1 km/h als Dritter.
Ideale Bedingungen und Veranstaltungsübersicht
Pünktlich um 7 Uhr startete der Ritt unter nebligem, frischem Himmel. Die Temperaturen stiegen allmählich auf angenehme 19 °C, und eine leichte Brise wehte – ideale Bedingungen für Pferde und Sportler. Die Route schlängelte sich durch harte, steinige Pfade, Feldwege und schattige Graswege unter einem Blätterdach. Das Gelände wurde speziell für junge Pferde angelegt und bietet sanfte Hügel, die die Kondition der Pferde fordern, ohne allzu große Hindernisse zu überwinden.
Veranstaltungsleiter Yves Cuerq kommentierte: „Unser Ziel war eine Strecke, die technisch anspruchsvoll genug war, um die Teilnehmer herauszufordern, aber nicht so einfach, dass sie zu überhöhten Geschwindigkeiten verleitete. Mit permanenten Markierungen und Sicherheitsbeamten an jeder Kreuzung hatten Sicherheit und Übersichtlichkeit für alle oberste Priorität.“
Fahrer an der Spitze
Bei der Meisterschaft traten neben erfahrenen Kämpfern auch bemerkenswerte junge Talente auf, die alle ihre einzigartige Geschichte und Entschlossenheit in die Veranstaltung einbrachten:
Saif, ein erfahrener Teilnehmer, nahm zum achten Mal an einer Meisterschaft teil. Zuvor hatte er 2015 die FEI-Langstrecken-Weltmeisterschaft für junge Pferde gewonnen und bei der Weltmeisterschaft der jungen Reiter 2019 Gold für die Mannschaft der VAE gewonnen. Saif, der für seine taktische Intelligenz und Ruhe unter Druck bekannt ist, hielt die ganze Zeit über eine Spitzenposition und gab auf der letzten Runde alles, um sich den ersten Platz zu sichern.
Über den Sieg sagte er:
„Wir sind sehr zufrieden, es gab starke Konkurrenz und die Strecke war nicht einfach. Er ist ein sehr gutes Pferd und ich denke, wir werden ihn bei der Weltmeisterschaft 2026 über 160 km in Al-Ula wiedersehen.“
Saif Ahmed Mohammed Ali Almazrouei
(VAE)
Der erst 15-jährige Essa Rashed Mohammad Saeed Almazrouei zeigte für einen erstmaligen Meisterschaftsreiter eine außergewöhnliche Leistung. Obwohl er erst 2024 mit FEI-Distanzwettbewerben begonnen hatte, wurde Essa auf der französischen Stute Al Fatina knapp Zweiter und lag nur 45 Sekunden hinter Saif. Sein rasanter Aufstieg macht ihn zu einem der vielversprechendsten Reiter bei zukünftigen Distanzwettbewerben.
Den dritten Platz sicherte sich der 18-jährige Sultan Abdulaziz Mayoof Alromaihi (BRN) auf Haqtar Du Carrelie. Der Sultan zeigte sowohl Reife als auch Schnelligkeit und wurde mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 21,1 km/h Dritter. Er gewann bereits 2023 bei der FEI-Langstrecken-Weltmeisterschaft für junge Reiter eine Mannschaftsgoldmedaille für Bahrain und entwickelt sich schnell zu einer Schlüsselfigur im bahrainischen Distanzreiten.
Knapp hinter den ersten drei Plätzen landete die 23-jährige Lea Vandekerckhove (FRA), die das heimische Publikum auf ihrer selbstgezüchteten Stute Alsafa Du Lauragais beeindruckte. Leas taktisches Reitmanagement sah vor, dass sie aggressiv startete, dann aber langsam ritt, um das Wohl ihrer Stute zu schützen – eine Entscheidung, die ihr einen starken vierten Platz einbrachte.
Nach dem Sieg beim Testevent 2024 zeigte Lea sowohl Ehrgeiz als auch Sorgfalt:
„Ich habe versucht, zu Beginn des Ritts um den ersten Platz zu laufen, aber in der dritten Runde habe ich das Tempo reduziert, um meine Stute zu schonen und den Ritt in ihrem Tempo zu beenden. Ich bin so glücklich, dass ich diese Stute gezüchtet habe. Ich weiß nicht, wie es mit ihr weitergeht, aber ich werde morgen früh erst einmal prüfen, ob sie in guter Form ist, und dann sehen wir weiter. Mein nächster Ritt ist am Montag hier auf der 160-km-Strecke mit einem anderen Pferd aus meiner Familienzucht, Chip du Lauragais, und am Dienstag dann auch auf der 100-km-Strecke!“
Teamergebnisse
Im Mannschaftswettbewerb sicherten sich die Vereinigten Arabischen Emirate die Goldmedaille, da vier ihrer fünf Gespanne den Ritt erfolgreich absolvierten. Das Team präsentierte sich in einer beeindruckenden Besetzung: Saif Ahmed Mohammed Ali Almazrouei auf Bullio Quasillo, Essa Rashed Mohammad Saeed Almazrouei auf Al Fatina, Rashed Saeed Hamad Saeed Alketbi auf Heracles Feuillee und Ali Abdulla Ali Bin Zayed Alfalasi mit Habanita Valarbin AA.
Die Silbermedaille ging an Bahrain, dessen Team aus Sultan Abdulaziz Mayoof Alromaihi auf Haqtar Du Carrelie, Fahad Helal Mohamed Al Khatri auf Hacour La Majorie und Faisal Hameed Dakeel Al Anezi auf Heracles de Suleiman bestand.
Gastgeber Frankreich holte sich die Bronzemedaille im Teamsport dank einer starken Leistung von Lilou Tomas Arnaud auf Hashtag du Mas, Mathieu Rousseaux auf Himazziz Milin Riant und May Manifacier auf Hurkie de Coussergues.
Italien belegte den vierten Platz und Spanien den fünften, womit sie die Top-Fünf-Teams dieser hart umkämpften Meisterschaft komplettierten.
Tierschutz und tierärztliche Exzellenz
Das Wohlergehen der Pferde stand während der gesamten Veranstaltung im Mittelpunkt. Die FEI-Veterinärkommission unter der Leitung von Dr. Sarah Coombs und Dr. Carlos Javier Ponferrada Abrisqueta betrieb neun Veterinärkontrollen und einen Erholungsbereich mit Eiswassertanks zur schnellen Abkühlung.
Dr. Coombs erklärte: „Ich war sehr zufrieden mit der Betreuung dieser außergewöhnlichen jungen Pferde durch das Veterinärteam. Der Parcours war anspruchsvoll, und wir haben die Reiter an ihre Verantwortung für das Ergebnis der tierärztlichen Untersuchung erinnert. Wir haben größte Sorgfalt auf das Wohlergehen aller Teilnehmer gelegt.“
Ausblick
Jullianges wird dank der leidenschaftlichen Unterstützung der Einheimischen auch weiterhin ein Zentrum für Distanzveranstaltungen bleiben und wurde als Austragungsort der FEI-Europameisterschaft für junge Reiter im Jahr 2026 bestätigt. Yves Cuerq meinte: „Unsere Gemeinde hat den Distanzsport mit großer Begeisterung angenommen. Die weltbesten jungen Pferde und Reiter zu Gast zu haben, war ein wahr gewordener Traum.“
FEI-Präsident Ingmar De Vos lobte das Engagement der Reiter und der Veranstalter:
„Ich danke allen Reitern, Züchtern, Trainern, Funktionären und Freiwilligen, die eine solche Meisterschaft möglich gemacht haben. Ihr Engagement fördert die zukünftigen Stars des Distanzreitens.“
Die Preisverleihungszeremonie findet am Sonntag, den 3. August statt und würdigt nicht nur die Pferde, sondern auch die Reiter, die sie fachmännisch durch eine wirklich anspruchsvolle Meisterschaftsprüfung geführt haben.
