Am zweiten Wettkampftag der FEI Voltigier-Europameisterschaften der allgemeinen Klasse und der FEI Voltigier-Weltmeisterschaften der Junioren und jungen Voltigierer in Österreich im Pferdezentrum Stadl Paura stellte das deutsche Team erneut sein Können unter Beweis. Thomas Brüsewitz, die deutsche A-Nationalmannschaft und Henry Frischmuth belegten in ihren jeweiligen Wettbewerben die Spitzenplätze.

Die Qualität bei den Europameisterschaften zeigte sich in Stadl Paura, als die Herren nacheinander zum ersten Mal in den Zirkel gingen. Der Deutsche Jannik Heiland mit seinem neuen Pferd San Djamiro leistete sich einige kleine Fehler und erreichte mit 8,462 Punkten den vierten Platz. Titelverteidiger Quentin Jabet brillierte mit seiner neuen Kombination „Othello van’t Laarhof“, longiert von Loic Devedu, und erzielte für Frankreich eine Wertung von 8,647 Punkten, die nur Thomas Brüsewitz (GER), der seine erste Goldmedaille bei den Senioren anstrebt, übertreffen konnte. Seine Übungen waren nahezu fehlerfrei und brachten ihm 8,728 Punkte ein.
Start in den Mannschafts-Wettbewerb
Die Junioren-Mannschaftsklasse bot ein großartiges Schauspiel, als ein Team nach dem anderen mit seinen Pflichtübungen Medaillen holte. Dänemark belegte mit 6,258 Punkten den achten Platz – wahrscheinlich zu weit weg, um einen Titel mit nach Hause zu nehmen. Österreichs Spitzenreiter setzten sich durch, als ihre Spitzenathleten die Pflichtrunde mit 7,113 Punkten für sich entschieden.
Die junge deutsche Mannschaft zeigte keinerlei Anzeichen von Nervosität. Sie zeigte bei ihren ersten Meisterschaften eine gelassene Leistung und belegte den zweiten Platz (7,033), dicht gefolgt von Schweden auf dem dritten Platz (6,904). Italien und die Schweiz sind ebenfalls auf hervorragendem Niveau. Bei den Senioren war die deutsche Mannschaft eine Klasse für sich. Trotz kleiner technischer Fehler erreichten sie immerhin 8,227 Punkte. Ecuador 28 mit Alexandra Knauf zeigte an der Longe eine hervorragende Leistung. Sein Pferde-Durchschnitt betrug unglaubliche 8,223.

Die Schweiz versuchte, den Anschluss zu halten, doch schwere Landungen und allgemein niedrigere Sprungergebnisse führten dazu, dass sie zu weit zurückfielen. Sie liegen mit 7,455 Punkten auf dem Silbermedaillenplatz und haben etwas Luft zwischen sich und den Österreichern mit 7,030 Punkten. Auf der Jagd nach ihrer ersten Mannschaftsmedaille liegt die niederländische Mannschaft mit 6,928 Punkten nur knapp dahinter auf Platz vier. Bis zur Kür ist noch nicht alles entschieden. Es ist jedoch äußerst unwahrscheinlich, dass Deutschland mit etwas anderem als Gold nach Hause geht.
Kür hat begonnen
In der ersten Kürrunde der Junioren zeigte Fredenbecks Henry Frischmuth eine atemberaubende Vorstellung mit wunderschöner Kreativität. Er erhielt von einem der künstlerischen Juroren die volle Punktzahl 10 und erreichte mit 8,995 Punkten die beste Kür des Tages. Damit war Frischmuth im heutigen Wettkampf uneinholbar und beendete die erste Runde mit 8,641 Punkten.

Sein Landsmann Lukas Heitmann begeisterte die Arena mit seiner kreativen Kür, die einzigartig und fesselnd war. Er erreichte eine Gesamtpunktzahl von 8,428 Punkten und setzte sich damit vor dem Italiener Jan Stellahaegi mit 8,304 Punkten durch. Die Medaillen sind greifbar nah, denn die besten Einzelvoltigierer führen mit über 0,3 Punkten.
