Internationale Schwergewichte im 167. Henkel-Preis der Diana

Internationale Schwergewichte im 167. Henkel-Preis der Diana Foto: Rühl
Internationale Schwergewichte im 167. Henkel-Preis der Diana Foto: Rühl

Sie vertreten das Beste, was der europäische Galoppsport zu bieten hat: Der 167. Henkel-Preis der Diana – German Oaks hat klangvolle Namen aus England und Irland angelockt. Die internationalen Schwergewichte werden es heimischen Kandidatinnen im deutschen „Stutenderby“ mit insgesamt 15 Pferden am Start nicht leicht machen.

Das Gruppe I-Rennen über 2.200m für dreijährige Stuten ist mit 500.000 Euro Preisgeld dotiert und damit nach dem Deutschen Derby das zweiwertvollste Rennen des Landes. Erstmals ausgetragen wurde es 1857, damals in Berlin-Tempelhof. Seinen festen Platz am Düsseldorfer Grafenberg hat das „Stutenderby“ seit 2006. Im Ausland trainierte Siegerin gab es seitdem durch Dancing Rain (2011) und Miss Yoda (2020), beide kamen aus England angereist.

Coolmore und Godolphin am Start

Die Chancen, dass der Siegpreis von 300.000 Euro in diesem Jahr erneut ins Ausland geht, sind hoch. Aus Irland kommt Garden Of Eden, zuletzt Gruppe II-Siegerin beim berühmten Royal Ascot-Meeting in England. Sie wird trainiert von Aidan O’Brien. Der Ire gilt als einer der erfolgreichsten seiner Zunft in der Geschichte des Galoppsports. 2017 stellte er einen neuen Weltrekord auf, als er 28 Gruppe I-Rennen in einem Jahr gewann.

Sein erster Mann im Stall in Ballydoyle ist seit 2011 der Engländer Ryan Moore, der mehr als 200 Gruppe I-Siege weltweit eingesammelt hat. Er wird Garden Of Eden reiten, die im Besitz von Coolmore steht – eine der größten Vollblut-Rennställe und Zuchtstätten der Welt. Haupteigner sind das Unternehmer-Paar John und Susan Magnier, mit ihren Partnern Michael Tabor und Derrick Smith.

Ein Global-Player ist auch Godolphin – das Galopp-Imperium von Dubai-Herrscher Scheich Mohammed bin Raschid Al Maktoum, dessen Farben gerade im Großen Dallmayr-Preis mit Tornado Alert triumphierten. Der englische Toptrainer Charlie Appleby schickt Spirited Style, die zuletzt ein Listenrennen über 2.400m in Newmarket gewonnen hat und rechnerisch nur knapp unter Garden Of Eden steht. Reiter ist Spitzenjockey William Buick, der Teile seiner Jugend im badischen Renndorf Iffezheim verbracht hat.

Kostenfreie Nachnennung durch „Win and you’re in“

Für das internationale Ranking der Diana sind das gute Nachrichten. Erstmals kommt die vom Dachverband Deutscher Galopp eingeführte Regelung „Win and you’re in“ zum Tragen: Durch den Sieg in den Ribblesdale Stakes in Ascot konnte Garden Of Eden kostenfrei nachgenannt werden. Die Regelung soll helfen, die Qualität von Derby und Diana, den beiden wichtigsten Zuchtprüfungen des Jahres, hochzuhalten.

Für die deutsche Konkurrenz wird es allerdings schwer. Wie man die Diana gewinnt, wissen vor allem zwei Trainer: Seit 2007 hat Andreas Wöhler fünf Siegerinnen gesattelt, Peter Schiergen drei.  Beide sind auch in diesem Jahr wieder bestens vertreten: Schiergen bringt drei Stuten an den Ablauf. Deutschlands erfolgreichster Jockey aller Zeiten, Andrasch Stark, hat sich für Santagada aus dem Gestüt Park Wiedingen entschieden. Sie hat in diesem Jahr bereits zwei Gruppe III-Rennen gewonnen, ist aber noch nie weiter als 1.600m im Rennen gelaufen.

Die von Leon Wolff für Schiergen gerittene Nicoreni war bei zwei Starts jeweils Zweite auf Gruppe III-Ebene, während sich die Stallgefährtin Winnyzja mit David Liska das Diana-Trial in Mülheim auf Listenebene sicherte. Beide Stuten starten in den Farben des Gestüts Ebbesloh. 

Andreas Wöhler betreut die bis zu ihrem Start im Deutschen Derby bei vier Rennen ungeschlagene Lady Charlotte. Im Derby wurde sie Neunte, am Stehvermögen der Stute gibt es keine Zweifel. Es muss aber abgewartet werden, wie sie das schwere Rennen in Hamburg verdaut hat. Geritten wird sie wieder von Adrie de Vries, der am vergangenen Sonntag 56 Jahre alt wurde, aber weiterhin in überragender Form reitet. Die Fährhofer Stute Raposa, auf der Wöhler-Stalljockey Eduardo Pedroza sitzt, wurde langsam aufgebaut. Sie gewann in Düsseldorf Ende Juni das Diana-Trial, ein Listenrennen über 2.100m.

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