
Der englische Gast Tornado Alert hat den hochklassig besetzten Großen Dallmayr-Preis auf der Galopprennbahn in München-Riem gewonnen. „Es ist unglaublich, er ist ein tolles Pferd und ich liebe die Atmosphäre hier“, sagte der irische Jockey Oisin Murphy auf Deutsch nach dem Erfolg in dem mit 155.000 Euro dotierten Gruppe I-Rennen über 2.000m vor rund 12.000 Zuschauern.
Der dreijährige Hengst wird von Saeed bin Suroor im englischen Newmarket für Godolphin trainiert, dem Vollblut-Imperium von Dubai-Herrscher Scheich Mohammed bin Rashid al Maktoum. Die königsblauen Godolphin-Rennfarben sind in Riem bestens bekannt, zuletzt gab es vor zwei Jahren den Erfolg durch Nations Pride in dem Rennen, Trainer bin Suroor gewann 2018 mit Benbatl. „Das Pferd ist noch nie auf so schwerem Boden gelaufen, aber er hat es gut gemacht“, so der Trainer.
Pech für die Derbysiegreiterin
Zweiter wurde der favorisierte Map Of Stars aus Frankreich. „Er ist gut gelaufen, er hat am Ende nicht ganz durchgezogen, aber der Sieger ist ein Klassepferd“, sagte Jockey James Doyle. Im ersten Bogen wurde es zwischen Map Of Stars und dem deutschen Derby-Dritten Lazio ziemlich eng. „Wir wurden erheblich gestört“, sagte Lazio-Reiter Martin Seidl. „Wenn ein junges Pferd nach so einem Zwischenfall noch Drittter wird, das ist das ein Qualitätszeichen. Für mich ist er der beste Vertreter des deutschen Derbyjahrgangs.“
Viel Pech hatte die Siegreiterin des Deutschen Derbys, Nina Baltromei: „Mir ist unterwegs der Zügel auf Petit Marin gerissen“, sagte die enttäuschte Nachwuchsreiterin.
Großer Dallmayr-Preis – Bayerisches Zuchtrennen ausgetragen seit 1866 – heißt der offizielle, etwas sperrige Titel des Rennens, der aber auf die große Historie der Prüfung hinweist. 1996 übernahm das Kaffee- und Delikatessenhaus Dallmayr mit Sitz in München das Patronat über das Rennen, das seitdem viele große Namen in der Siegerliste aufweist – nicht zuletzt den Doppelsieger Soldier Hollow aus dem Gestüt Park Wiedingen.
In Deutschland trainierte Gewinner sind allerdings inzwischen eher selten, da der Große Dallmayr-Preis längst fest im europäischen Rennkalender etabliert ist und entsprechend starke Gäste anlockt – wie auch in diesem Jahr. Das Rennen wurde nicht nur in die 13.000 Wettannahmestellen der französischen Wettgesellschaft PMU direkt übertragen, sondern auch in den von Hong Kong aus verwalteten World Pool und erreichte somit ein Millionen-Publikum.
Festwochen des deutschen Galoppsports
Der Große Dallmayr-Preis bildete den Auftakt für die Festwochen des Galoppsports in Deutschland mit drei Gruppe I-Rennen innerhalb von drei Wochen. Am kommenden Sonntag rücken die dreijährigen Stuten in den Mittelpunkt. Der 167. Henkel-Preis der Diana – German Oaks – über 2.200m ist mit 500.000 Preisgeld nach dem Derby das am höchsten dotierte Galopprennen in Deutschland. Mit der Stute Garden Of Eden wird erwartet, dass der irische Meistertrainer Aidan O’Brien einen Starter in diesem Klassiker hat.
Eine Woche später messen sich im Westminister 135. Großer Preis von Berlin die Dreijährigen erstmals mit den älteren Pferden auf höchstem Niveau über die klassische Derbydistanz von 2.400m auf der Hauptstadt-Rennbahn Berlin-Hoppegarten. Auch hier wird starke internationale Konkurrenz erwartet, als mögliche Starter gelten der Vorjahressieger Al Riffa aus Irland sowie der englische Globetrotter Rebel’s Romance.
