Horseweb präsentiert: 6 Einsteller-Typen, die jeder kennt

Category: Stallgeflüster

12. Mai 2017

Hypochonder

„Mein Pferd hustet schon wieder, er bleibt besser die nächsten zwei Wochen mit Decke in der Box.“ Diesen und andere Sätze hört man von den Hypochondern. Ihre Pferde haben das Pech, unter sämtlichen „Krankheiten“ zu leiden und müssen deshalb zahlreiche Behandlungen, Hausmittelchen, Akupunkturnadeln und Wünschelruten-Sprüche über sich ergehen lassen. Paddock oder Weide sehen sie selten bis gar nicht („Viel zu gefährlich, viel zu frisch heute, zu viel Wind, Regen mag er gar nicht, nachher bekommt er noch einen Tritt ab, Rocco will in seine Box zurück!“)

Möchtegern-Turnierreiter

Die neue Pikeur-Reithose sitzt wie angegossen, auf einen Reithelm wird zugunsten des Aussehens verzichtet, es sei denn er ist großzügig mit Strasssteinen übersät. Bereits auf dem Weg zur Halle sind die Zügel bedenklich kurz, aber ein schlenderndes Pferd kann man sich nicht leisten. Die Halle wird auch bei Sonnenschein aufgesucht, auf dem Außenplatz drohen einfach zu viele Ablenkungen. Umso spannender wird es, wenn es dann doch mal zum Turnier geht. Das Pferd ist aus dem Abreiteplatz schon so gestresst, dass selbst die E-Dressur zur Herausforderung wird.

Besserwisser

„Also, ich an deiner Stelle…“ Gut gemeinte Tipps vom Besserwisser helfen eigentlich nie. Tausend schlaue Bücher gelesen, aber was hilft das schon in der Praxis. Wenn das Pony gerade keinen Bock auf Doppellonge hat und wie von der Tarantel gestochen im Kreis rennt, dann hilft auch kein „Der kommt ja gar nicht rund über den Rücken! Ich kann dir da das Buch von xy empfehlen, damit bekommst du das locker in den Griff!“ – Danke für nichts.

Pony-Reiter

Enthalten sich meist jeglicher Bahnfiguren und -regeln und fetzen kreuz und quer über den Platz, wenn sie nicht gerade im Gelände unterwegs sind. Gerade im Winter drehen die kugelbäuchigen Zottel auf und bringen sämtliche Hallenbenutzer an den Rand des Wahnsinns. Interessant wird es, wenn sich die Ponyreiter für Springgymnastik entscheiden: Dann fliegen auch noch Stangen durch die Halle, weil sich die Ponys meist für den Weg durch und nicht über die Stangen entscheiden.

Lästermäuler

Ein aufgesetztes Lächeln, doch die Augen eiskalt. Die Lästermäuler grüßen freundlich und erkundigen sich nach dem Wohlbefinden ihres Gegenübers, sobald man ihnen den Rücken kehrt, geht es allerdings los. „Hast du Brigitte heute reiten sehen? Die hängt auf dem alten Gaul wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Und der kriegt seine Beine kaum vom Boden.“ Kommt Brigitte um die Ecke, kehrt das Lächeln zurück. „Wow, dein Adriano ist heute wirklich toll gelaufen!“

Fashion-Addicts

Die neuste Platin Eskadron-Garnitur, Pailletten soweit das Auge reicht und Lammfell bis über beide Ohren. Die Fashion Addicts wissen halt, worauf es ankommt. Auch bei Temperaturen über 20 Grad bleibt die Abschwitzdecke auf dem Pferd und auch die Stallgamaschen dürfen nicht fehlen. Reiten? Fehlanzeige. Die teure Ausstattung darf auf gar keinen Fall Sand oder gar Matsche abbekommen. Die zahlreichen Sets (wohnhaft in einem gigantischen Sattelschrank und/oder einem eigenen Pferdezimmer zu Hause) müssen täglich gewechselt, gepflegt, kategorisiert und verstaut werden. Und das kostet Zeit!

 

Dieser Text wurde von der Agentur Hafensänger verfasst. Das Kopieren des Text- und Bildmaterials ist nicht gestattet.