Wie erfolgt die Wertung der Weltreiterspiele?
Das 1×1 des Springreitens
Das Ergebnis einer Springprüfung ist für jedermann leicht verständlich und einfach nachzuvollziehen. Derjenige, der alle Hindernisse in der richtigen Reihenfolge mit den wenigsten Fehlerpunkten und in der schnellsten Zeit überwindet, der gewinnt.
Auf internationalem Toplevel besteht ein Parcours in der Regel aus 10-13 Hindernissen, welche sich aus Steilsprüngen, Oxern, Wassergräben, Triplebars, Mauern und zwei und dreifachen Kombinationen zusammensetzen.
Der Springparcours muss innerhalb einer erlaubten Zeit und einer Höchstzeit absolviert werden. Die Höchstzeit ist immer doppelt so lang wie die erlaubte Zeit. Überschreitet der Reiter die erlaubte Zeit, so bekommt er für jede überschrittene Sekunde 1 Strafpunkt. Überschreitet er jedoch die Höchstzeit, bedeutet dies den Ausschluß. Ausgeschieden ist der Reiter ausserdem, wenn er die Hindernisse nicht in der angegebenen Reihenfolge oder Richtung überwindet, das Pferd zweimal einen Sprung verweigert oder bei einem Sturz.
Fehlerpunkte werden für Hinderisfehler, Verweigerungen und Überschreiten der Zeit vergeben.
Normalerweise gewinnt der Reiter mit den wenigsten Fehlerpunkten. Sind mehrere Reiter mit gleicher Fehlerzahl ins Ziel geritten ao entscheidet innerhalb derer die schnellere Zeit oder es wird ein Stechen ausgetragen.
Um die Weltreiterspiele zwischen den vielen hochkarätigen Sportlern spannend zu halten wird bei deren Austragungsmodus der Fokus auf die Geschwindigkeit gelegt. Wer den meisten Mut zum Risiko hat, und es schafft durch enge Wendungen, kürzere Wege und höhere Geschwindigkeit Sekunden zu sparen hat am Ende die Nase vorne. Hindernisfehler werden bei dieser Art der Prüfung in zusätzliche (Straf-) Sekunden umgewandelt.
2010 World Equestrian Games – Austragungsmodi
Wie in den anderen Disziplinen der Weltreiterspiele, werden Medaillen für die Team- und die Einzelwertung vergeben. Die Wertung der Springreiter führt über 5 Prüfungen. Die ersten drei entscheiden über die Vergabe der Teammedaillen, die restlichen zwei werden zur Einzelwertung nochmals hinzuaddiert.
Mannschaftswertung
Jede Nation darf ein Team von 4 Reitern stellen. Alle vier Reiter müssen in jeder Prüfung antreten, solange sie sich für die jeweils nächste Runde qualifizieren. Für die Teamwertung zählen nur die besten drei der vier Ergebnisse. In der dritten Runde – dem Finale – dürfen nur noch die bis dahin zehn besten Nationen teilnehmen.
Einzelwertung
Die Einzelwertung der Weltreiterspiele ist in Ihrer Art einmalig. Über vier Runden wird die Zahl der Starter immer weiter dezimiert, bis am Ende nur noch die vier besten Reiter übrig sind. Im Finale – dem Rolex Final Four – treten die vier Reiter auf Ihren Pferden zuerst gegeneinander an um anschließend im Wechsel jedes der Pferde der drei Konkurrenten ebenfalls über den Parcours zu steuern. Wie schnell sich die Reiter hierbei auf die individuellen Tiere einstellen können, entscheidet über Sieg oder Niederlage.
Die Prüfungen im Einzelnen
Runde 1: Zeitspringprüfung Team/Einzel
Montag, 4. Okt. 2010
Wie bereits beschrieben, unterscheidet sich die erste Runde ein wenig von normalen Springprüfungen. Es handelt sich um eine Zeitspringprüfung – international als Table C bekannt. Da für jeden Hindernisfehler keine Fehlerpunkte, sondern Strafsekunden vergeben werden, kann ein sehr schneller Reiter mit Fehlern in der Rangierung immer noch vor einer langsamen Runde ohne Fehler landen. Beispiel: Beendet ein Reiter seinen Parcours in 46 Sekunden mit einem Hindernisfehler, erhält er für diesen 4 Strafsekunden hinzu und somit ein Gesamtergebnis von 50 Sekunden. Ein vorsichtigerer Reiter, der den Parcours zwar fehlerfrei beendet, dafür aber deutlich länger braucht, z.B. 52 Sekunden, wird in der Wertung hinter dem Risikofreudigerem stehen.
Runde 2: Nations Cup Team/Einzel
Dienstag, 5. Okt. 2010
Die zweite Prüfung kehrt wieder zum normaleren Modus zurück. Hierbei spielt im ersten Umlauf die Zeit überhaupt keine Rolle. Es werden lediglich Hindernisfehler gezählt, sofern der Reiter eine gewisse erlaubte Zeit nicht überschreitet.
Runde 3: Nations Cup – Team Finale
Mittwoch, 6. Okt. 2010
Die 10 besten Teams aus Runde 2 treten nun um die Medaillenränge gegeneinander an. Auch hier zählen vornehmlich die Hindernisfehler die zum Ergebnis aus Runde 2 addiert werden. Nur bei gleicher Anzahl kommt es zu einem Stechen der jeweils besten Reiter aus den Teams.
Runde 4: Einzel
Freitag, 8. Okt. 2010
Die Starterliste umfasst in der vierten Runde noch die 25 besten Reiter aus Runde 1 und 2. Das Ergebnis des Teamfinales hat hierauf keinen Einfluß. Auch hier zählen wieder nur die Hindernisfehler die zu den Ergebnissen aus Runde 1 und 2 hinzuaddiert werden. Bei Gleichstand ergibt sich die Rangierung aus dem Zeitergebnis aus der 1. Prüfung.
Runde 5: Rolex Final Four
Samstag, 9. Okt. 2010
Im Final Four überwindet jeder Reiter viermal den gleichen Parcours. Zuerst auf seinem eigenen Pferd, danach nach kurzer Vorbereitungszeit auf den Pferden seiner Konkurrenten.
« zurück zu News-Übersicht










