EM Springen Jardy: Silber für Katrin Eckermann, Bronze für Andreas Kreuzer
Jardy/FRA (fn-press). Die deutschen Nachwuchsspringreiter waren bei den diesjährigen Europameisterschaften im französischen Jardy nicht zu bremsen. Nach zwei Mal Teamgold gab es bei den Jungen Reitern heute auch noch Silber und Bronze in der Einzelwertung für Katrin Eckermann (Kranenburg) mit Carlson beziehungsweise Andreas Kreuzer (Marienheide) mit Jumex Sport Atlantus. Bei den Junioren verpasste Maurice Tebbel (Emsbüren) mit Merry Christmas ganz knapp eine Medaille und wurde Vierter.
Die dreißig besten Jungen Reiter – von ursprünglich 73 Paaren aus 20 Nationen – ermittelten im heutigen Finale in zwei Umläufen den neuen Europameister und die Medaillengewinner. Mit nur 0,5 Punkten aus den vorangegangenen Wertungsprüfungen ging Douglas Lindelow mit Talina an den Start. Dank zweier weiterer Nullrunden gelang es ihm, dieses Ergebnis bis zum Schluss zu erhalten. Der Schwede erwies sich damit als verdienter EM-Champion 2010. “Der zweite Umlauf war wirklich sehr sehr schwer. Wenig Sprünge, aber hoch”, berichtete Equipechefin Heidi van Thiel (Essen). Keinen Abwurf leistete sich auch die Deutsche Meisterin und Preis-der-Besten-Siegerin Katrin Eckermann. Damit kam sie auf einen Endstand von 3,72 Punkten und rückte auf den Silberrang vor. Das Nachsehen ließ sie dabei dem Niederländer Ruben Romp mit Cobos, der vor dem Finale zunächst an zweiter Stelle gelegen hatte. Er musste mit einem Abwurf zunächst Eckermann und im zweiten Umlauf sogar weiteren sechs Paaren den Vortritt lassen. Allen voran Andreas Kreuzer, der vor dem Finale noch auf Platz vier gelegen hatte und mit vier Strafpunkten im ersten und nur einem Zeitfehler im zweiten Umlauf auf den Bronzerang vorrückte (8,06). Patrick Stühlmeyer (Mühlen) mit Rubin-Ascot, der das Finale mit je einem Abwurf pro Umlauf beendete, wurde insgesamt Achter (15,6).
Das größte Teilnehmerfeld dieser Europameisterschaften stellten die Junioren mit 103 Teilnehmern aus 27 Nationen. Auch hier waren die Deutschen bis zuletzt mit drei Reitern vertreten. Allerdings konnten Stefanie Reining (Bedburg-Hau) mit Diva und Anna-Elisa Schäfer (Bürstadt) mit Piu Sola, die mit ihren Nullrunden maßgeblich zum Gewinn des Mannschaftstitels beigetragen hatten, ihre Leistungen aus den vorangegangenen Prüfungen nicht halten. Reining erlebte bereits im ersten Umlauf mit vier Abwürfen einen Einbruch, Schäfer folgte mit ebenso vielen Fehlern in der zweiten Runde. Am Ende bedeutete das Platz 22 beziehungsweise 26 für die beiden Reiterinnen. Besser lief es für den Preis-der-Besten-Sieger Maurice Tebbel. Wie Stefanie Reining war er mit “weißer Weste” ins Finale gestartet. Im ersten Umlauf musste er sich jedoch zusätzlich zu einem Abwurf auch einen – entscheidenden – Zeitfehler anrechnen lassen. Dieser war es, der ihm nach einer weiteren Nullrunde, die Chance auf ein Stechen um Bronze nahm. Mit insgesamt nur vier Strafpunkten landete Stefanie van den Brink (Niederlande) mit Wapper auf Platz drei, Tebbel wurde mit fünf Punkten Vierter. Nur zwei Starter blieben bis zum Ende gänzlich ohne Fehler: Olivier Philippaerts (Belgien) mit Carisma und Camilla Ernst (Dänemark) mit Rivaro. Damit wurde ein Stechen um Gold notwendig, das der belgische Reiter mit einer weiteren Nullrunde für sich entschied.
Für Bundestrainer Dietmar Gugler (Pfungstadt), der zum Jahresende sein Amt aufgibt, waren die Europameisterschaften in Frankreich nicht nur die letzten, sondern auch seine erfolgreichsten. Lediglich 1993, damals noch unter der Leitung des 1996 verstorbenen Fritz Ligges, konnten die deutschen Junioren und Jungen Reiter bislang im selben Jahr Mannschafts-Gold gewinnen. Damals kassierten sie darüber hinaus noch alle drei Einzelmedaillen bei den Junioren und Silber bei den Jungen Reitern.
Aber auch Guglers Nachfolger Lars Meyer zu Bexten (Herford), der in Jardy die Children betreute, konnte mit dem Abschneiden seiner jungen Reiter zufrieden sein. Nach einem vierten Platz in der Mannschaftswertung sicherte sich Celine Schradick aus Oldendorf im Einzelfinale die Bronzemedaille. Gemeinsam mit drei weiteren Paaren blieb sie während der gesamten EM ohne Abwurf und musste daher zuletzt um Edelmetall ins Stechen. Hier fiel erstmals und ausgerechnet am letzten Hindernis die Stange, so dass die 13-Jährige zwei ihrer Konkurrentinnen den Vortritt lassen musste, bei denen alle Stangen liegengeblieben waren: Tressy Muhr sicherte mit Lord du Valy dank der schnellsten Nullrunde den Titel für das Gastgeberland Frankreich. Silber ging an Millie Allen (Großbritannien) mit Trueleva. Insgesamt nur zwei Abwürfe während der EM leistete sich Bundessiegerin Frederike Staack (Lasbek) mit Calippo-Star. Sie beendete ihre EM-Premiere damit zusammen mit acht weiteren Paaren auf dem 14. Platz. Insgesamt bewarben sich 81 Kinder aus 22 Nationen um den Titel.
Quelle: fn-press
« zurück zu News-Übersicht











